Guldental

Guldental, das Weindorf an der Nahe, nennt man sich selbstbewusst, wenngleich die Nahe gar nicht so nahe ist, sondern etwa 3km südlich fließt. Gemeint ist wohl eher das Weinbaugebiet Nahe, hier ist Guldental nämlich nach Bad Kreuznach die zweitgrößte Weinbaugemeinde mit einer bestockten Fläche von 377ha. Guldental entstand 1969 durch Zusammenlegung der Orte Heddesheim und Waldhilbersheim. Die Südlagen des Weins erstrecken sich über 6km entlang des Guldenbachs.

Idyllisch ist die Dorfansicht auf den Ortsteil Heddesheim mit seinen beiden Kirchen. Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus stammt aus dem Jahr 1894 und ist ein neuspätgotischer Backsteinsaalbau mit filigranen Wichhäuschen, die den Turm zieren. Gleich vor der katholischen Kirche steht der älteste Brunnen der Rheinprovinz. Der Renaissance-Ziehbrunnen stammt aus dem Jahr 1584.

Deutlich älter ist nur noch die evangelische Kirche mit ihrem wehrhaft wirkenden Turm, der aus der Zeit der Romanik stammt und auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. Der barocke Helm stammt aus dem Jahr 1709 und im 15. Jahrhundert ist das spätgotische Langhaus entstanden.

Auch im früher selbstständigen Ortsteil Waldhilbersheim gibt es eine Kirche. Die katholische Pfarrkirche St. Martin ist ein Saalbau von 1774-75 und wurde im frühen 20. Jahrhundert verlängert.

Am Campingplatz Lindelgrund im Süden von Guldental befindet sich das Feldbahnmuseum Guldental. In hübscher Landschaft kann man vierzig Lokomotiven bestaunen. Die Feldbahnen kommen auf einer Strecke von 2km zum Einsatz. Bei einer gemütlichen Feldbahnfahrt bekommt man nochmal andere Eindrücke von Weinbergen, dem Soonwald mit zum Teil Blick in den Taunus.

Recht neu ist der Wanderweg Guldentaler Krönchen (8km) mit einem Krönchen auf der Wegeauszeichnung. Weinmajestätisch rückt die Runde die Guldentaler Ortsteile Heddesheim (wo Start und Ziel ist) und Waldhilbersheim mit ihren Weinlagen in den Blickpunkt. Der besondere Reiz liegt auch im Kontrast der aktiven Weinberge und der aufgegebenen. Der Weg kreuzt sich an einigen Stellen mit dem Guldentaler Weinwanderweg, der auf asphaltierter Strecke verläuft. Man kann also auch schon mal wechseln. Durch Guldental führt auch die Langstrecke Weinwanderweg Rhein-Nahe mit ihren insgesamt 97,6km. Der Weg bringt einen von Kirn nach Bingen.

Das Krönchen als Wegzeichen und Namensgeber beruht auf dem Umstand, dass schon einige Weinköniginnen der Nahe aus Guldental stammten - u.a. die heute als rheinland-pfälzische CDU-Chefin bekannte Julia Klöckner. Über die Weingeschichte informiert in Guldental das Heimat- und Weinbaumuseum mit Dorfarchiv. Das ist untergebracht in der alten Schule, einem spätklassizistischen Backsteinbau aus dem Jahr 1896. Öffnen tut das Museum allerdings nur nach Anmeldung. Schade.

Öfters geöffnet hat dagegen die Kochschule Table dOr von Fernsehkoch Johann Lafer. Lafer kochte in Guldental von 1983-94, bevor das Restaurant Le Val dOr auf die Stromburg übersiedelte. Neben der 1996 eröffneten Kochschule betreiben Lafer und seine Ehefrau auch ein Produktionsstudio und eine Outdoor-Kochschule in Guldental.