Stromburg

Der deutsche Michel ist das Gegenstück zu Uncle Sam in den USA oder der Marianne in Frankreich: eine sogenannte nationale Personifikation. Und dieser deutsche Michel soll wo geboren sein? Im Soonwald, genauer auf der Stromburg. Eine Legende besagt, der deutsche Michel sei der Reitergeneral Hans-Michael Elias von Obentraut (1574-1625) gewesen, der auf der Stromburg zur Welt kam und als Michael Germanicus später gloriziert wurde.

Lang, lang ist’s her. Heute weht ein frischer Wind auf der Stromburg, deren Ursprünge im 13. Jahrhundert liegen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stromburg erobert, gleich mehrmals. Zerstört wurde sie 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg, im gleichen Jahr wurde eine Freiheitslinde gepflanzt, die heute noch dort steht.

Von der mittelalterlichen Stromburg konnten sich die Schildmauer, der Bergfried, der prächtige Torturm, Teile von Zwinger und Bering erhalten. Was die Burg heute hauptsächlich anziehend macht, kann man aber nicht nur sehen, sondern vor allem riechen und schmecken.

Erstmalig wurde die Stromburg 1977-81 saniert und ein Ausbau für die gastronomische Nutzung umgesetzt. Seit 1994 befindet sich hier das Restaurant Le Val d’Or, in dem Fernsehkoch Johann Lafer Regie führt und seinen Michelin-Stern verteidigt.

Ein Vorgängerbau der Stromburg – die heute als Ruine der Burg Pfarrköpfchen bekannt ist – wurde wohl schon im 11. Jahrhundert erbaut. Reste der Höhenburgruine sind rund 1km nördlich von der Stromburg im Gelände erhalten. Man fand Reste einer großen romanischen Kapelle. Deren Mosaikboden kann man im Stromberger Heimatmuseum bestaunen und das findet sich in einem spätbarocken Wohnhaus aus dem Jahr 1788 in der Gerbereistraße 20.