Grube 7 (Haan)

Das Naherholungsgebiet Grube 7 ist ein ehemaliger Kalksteinbruch in Gruiten am Rande des Waldgebiets Osterholz an der Stadtgrenze zu Wuppertal. Die Grube 7 wurde von 1899 bis 1966 im Tagebau betrieben. Seit 1997 steht die Grube 7 unter Naturschutz und um deren Pflege und Erhalt kümmern sich ehrenamtlich Mitglieder der AGNU-Haan.

AGNU steht für Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt. Dabei muss man schon mal Entscheidungen treffen für die Frösche und gegen den Waschbären, der als Allesfresser ohne natürlichen Feind in dem Naturschutzgebiet eine reiche Tafel gedeckt sieht. Wanderer auf dem Neanderlandsteig, dem Bergischen Weg oder dem Gruiten-Rundweg haben aber nichts zu befürchten. Südöstlich der Grube 7 und am Krutscheider Bach lädt die Grube 10 zur Erkundung ein, auch diese Kalksteingrube wird als Biotop von den Ehrenamtlichen betreut.

Beide Steinbrüche wurden zum Abbau des sogenannten dolomitisierenden Massenkalk aus dem Gruiten-Dornaper Massenkalkzug betrieben. Was macht man nun damit? Der Kalkstein war eine Beigabe für die Hochöfen in Haan und Umgebung, was in der Fachsprache Zuschlag heißt. Die Zuschlagsstoffe dienen der Eisenerzgewinnung, indem beispielsweise durch Kalk die Eisenbegleiter Schwefel und Phosphor entfernt werden, unter anderem in der Metallurgie heißt das dann Sintern.

Nach der Stilllegung der Abbaugrube in Gruiten entstand ein kontrollierter Grubensee, der als Canyon trotz Zutrittsverbots etliche Badefreunde fand. Noch vor 2000 war dann aber Schluss damit aufgrund eines geänderten Grundwasserkonzepts. Der See fiel trocken und heute kann man die Grube 7 auf ausgewiesenen Wegen erwandern, mit Aussichten von der Bruchkante.

Verschiedene Ortswanderwege führen durch das Naturschutzgebiet, in dem sich zahlreiche Tiere und Pflanzen wohl fühlen. Bei einer Zählung konnten 340 Pflanzenarten auf dem Trocken- und Magerrasen bestimmt werden, etliche Amphibien, Schmetterlinge, Vögel, Libellen und Heuschrecken genießen die Natur pur und der Waschbär, wenn er sich nicht hat erwischen lassen.

Die Grube 10, südlich der Grube 7, ist ein Teil des Landschaftsschutzgebiets Gruiten Nord-Ost/Hahnenfurth. Bienen-Ragwurz, Hirschzungenfarn und Tausendgüldenkraut, ein Verwandter des Enzians, lassen sich auf dem Gruiten-Rundweg hier entdecken. Das Tausendgüldenkraut war bereits im Altertum eine wichtige Heilpflanze bei Beschwerden mit dem Magen und allem, was sich anschließt. Heute ist sie allerdings sehr selten und steht unter Schutz. Da müssen andere Mittel und Kräuter ran für Magenbehagen.

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