Greimersburg

Nördlich in der Wanderregion Cochemer Moselschleifen liegt das erstmals im 7. Jahrhundert erwähnte Greimersburg mit seinen zahlreichen Wohnplätzen und Mühlen auf einer durchschnittlichen Höhe von 420m. Südwestlich schlängelt sich entlang der Gemarkungsgrenze das wildromantische Enderttal. Der Karolingerweg führt durch dieses herrliche Stückchen Natur und begeistert immer wieder Wanderer.

Insbesondere die Mühlen laden zu einem Besuch des Enderttals und einer Rast ein. 28 Mühlen wurden früher entlang der Endert betrieben, acht gut erhaltene Mühlen sind geblieben und einige davon betreiben heute Gastronomie.

Von Ulmen bis Cochem führt ein ausgeschilderter Weg und begleitet dabei den Bachlauf. Die Endert entspringt nordöstlich von Ulmen und mündet nach 22km bei Cochem in die Mosel. In der Nähe des Klosters Martental stürzt sich die Endert 7m in die Tiefe – am sogenannten Wasserfall Die Rausch. Danach erreicht die Endert die Gemarkung von Greimersburg. Hier kann man gleich eine oder mehrere Ruhepausen einplanen.

Die Göbelsmühle im Enderttal geht auf den 1711 geborenen Müller Peter Göbel zurück, erlebte unruhige Zeiten und familiäre Dramen, bevor sie 1902 als Gaststätte von Michael Göbel eröffnet wurde und seit dem Wanderer und Mühlenfans anlockt. Wer sich im Enderttal aufhält, wird womöglich auch einige Geschichten über den Bach und die dortigen Mühlen erfahren.

In der Nähe liegt beispielsweise auch die Browelsmühle, deren Geschichte ins 19. Jahrhundert zurückreicht und streckenweise recht unruhig war. Dann bot die Mühle Obdach für eine Familie und war auch einmal Heimat für Waisenkinder, bevor sie zu einem Wanderlokal wurde.

Im Endertbachtal liegt auch die Büchelermühle, deren Historie ins 18. Jahrhundert führt. Ein Brand, so Erzählungen, habe sie 1820 zerstört. Die Ruine wurde aber wieder aufgebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Büchelermühle Ziel von Dieben und Strolchen. Einige Zeit später wurde die Mühle restauriert und nachher von einem Jagdpächter genutzt.

Die Ostersmühle war eine Doppelmühle, die von zwei Müllern bewirtschaftet wurde. Nahe der Mühle steht noch ein Heiligenhäuschen. Folgt man weiter der wilden Endert gelangt man zur Thönnesges-Mühle, mit ihrem Bruchstein, Fachwerk und dem Wasserrad. Ein hübsches Häuschen ist auch die Schneidersmühle und in der Weißmühle, kurz vor Cochem, ist ein Restaurant- und Hotelbetrieb. Die Mühle stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde von Generation zu Generation, von Müller zu Müller vererbt. 1945 entstand aus der Weißmühle erstmals eine Wanderer-Einkehr.

In Greimersburg selbst ist die katholische Kapelle St. Antonius Abbas sehenswert. Der Saalbau mit Bleiglasfenstern und dem winzigen Türmchen stammt aus dem Jahr 1777. 1867 wurde der eher schlichte Bau um ein Schulhaus ergänzt. Ein hübsches dörfliches Gesamtbild ergibt sich mit dem Fachwerk und Naturstein der Gebäude ringsherum.