Ulmen (Eifel)

In Ulmen gibt sich die Vulkaneifel noch einmal ganz gebündelt ein Stelldichein! Hier ist alles Eifelige in komprimierter Form versammelt: Es gibt eine Burgruine (Burg Ulmen), es gibt das Ulmener Maar, es gibt eine sehenswerte Kirche und grüne Natur drumherum. Und das Ganze ist auch noch mit dem Auto gut zu erreichen, denn Ulmen liegt quasi im Windschatten des Autobahndreiecks Vulkaneifel, wo die Autobahn A 48 von der A 1 abzweigt und Richtung Rhein zur A 3 führt. Wandernd kann man Ulmen natürlich auch erreichen, z.B. über den Karolingerweg oder den Vulkanweg.

1074 wurde Ulmen erstmalig im Zusammenhang mit der Burg Ulmen urkundlich erwähnt. Die Oberburg entstand um das Jahr 1000 an einem Hang oberhalb des Ulmener Maares. Die im 13. Jahrhundert dazugebaute Unterburg oder Niederburg lag etwas tiefer. Burg Ulmen war ab ca. 1150 Hauptburg der Ritter von Ulmen, aus deren Geschlecht bekannte Kreuzfahrer stammten. Von der Ruine aus genießt sich ein fantastischer Blick über das Ulmener Maar und die Stadt Ulmen.

Im Wald nahe der Burg Ulmen liegt eine Quelle, die sogenannte Kinderquelle. Hier am Dietzches Bärechje beteten die Frauen um eine gelingende und sanfte Geburt sowie gesunde Kinder. Ob es half? Mit diesen Gedanken kann man sich ein Weilchen am Alten Postplatz aufhalten und seiner Fantasie bei der Betrachtung des hübschen Märchenbrunnens freien Lauf lassen.

Im alten Dorf wurde der Neubau der katholischen Pfarrkirche St. Matthias aus dem Jahr 1905 integriert. Die große zweischiffige Halle wurde im Stile der Spätgotik errichtet, unter Verwendung von Mauerteilen der Vorgängerkirche. Das Querhaus an Stelle des Chors entstand 1966-67. Ebenfalls aus der alten Kirche stammen einige Kunstwerke. Ein spätgotisches Sakramentshäuschen und der Renaissance-Altar, dessen Figurenreichtum sehenswert ist. Der sechssäulige Taufstein aus Basaltlava entstammt der Zeit der Frühgotik und wird auf das 13. Jahrhundert datiert, darauf auch ein Wappen der Ritter von Ulmen. Aus dem Jahr 1605 ist das Grabmal des Ritters Philipp Haust von Ulmen mit Figur und Rüstung.

Im Stadtteil Meiserich ist die St. Anna Kapelle beachtenswert. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1524 und wurde von Ulmener Adeligen gestiftet. Im Inneren der Kapelle finden sich drei Altäre. Der Hauptaltar würdigt der Schmerzhaften Mutter Gottes und die beiden Seitenaltäre sind zu Ehren der heiligen Mutter Anna und des Wendelinus aufgestellt. Eine Kostbarkeit stellt das holzgeschnitzte Antependium dar. Auf der Altarvorderseite sind fünf Bilder des Schmerzhaften Rosenkranzes zu sehen, aus dem Jahr 1585. Wallfahrer beteten in der St. Anna Kapelle vor diesem Gnadenbild zur Mutter Gottes.

Folgt man von Ulmen aus der Bundesstraße B 259 in südliche Richtung, kommt man nach Auderath. Hier findet sich neben der katholischen Kirche Maria Rosenkrankönigin von 1734 das Kloster St. Josef der Unbeschuhten Karmelitinnen. Sie leben seit 1953 in den Mauern, die ursprünglich im Jahr 1911 gebaut wurden und zunächst als landwirtschaftlicher Betrieb mit Gaststätte betrieben wurden.