Leienkaul


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Ende des 18. Jahrhunderts gründeten Bergleute die Siedlung Leienkaul in der Schiefereifel, die sie nach ihrer Schiefergrube benannten, wobei Lei für Stein und Fels steht und Kaul mundartlich Grube bedeutet. Die Schiefergruben waren an der Ostseite des Kaulenbachs sowie am Oberlauf des Sesterbaches, der bereits zur Gemarkung von Laubach zählt.

In einem Atemzug rund um das erwandernswerte Kaulenbachtal sind mit Leienkaul, Laubach und Müllenbach mit seiner imposanten Pfarrkirche (1853-1855), in deren Glasfenster sich Moselschieferhändler ein kleines Denkmal gesetzt haben, zu nennen.

Einst wurde der Schiefer im Tagebau gewonnen, später wurden Stollen im Sesterbachtal, dem Endersbachtal, im Heipenberg und auf dem Kaulenberg in die Landschaft getrieben. Es gab etliche Kleinbetriebe, die den Schiefer mit Pferdefuhrwerken zur Verschiffung an die Mosel bringen mussten. Das war teuer und lohnte sich kaum. Viele Privatbesitzer der Gruben mussten aufgeben und um 1900 gab es nur noch drei Betriebe, Maria Schacht, Colonia Schacht und das Müllenbacher Dachschieferwerk (Härewiss). Mit Aufkommen der Technisierung erleichterten Eisenbahn und Maschinen den Abbau und Transport. 1959 sorgten Naturgewalten für ein jähes Ende der Bergbautradition durch Schneeschmelze und Wassereinbrüche. Der ehemalige Schieferabbau steht heute unter Denkmalschutz.

Das Gebiet, in dem von 1695 bis 1959 bester Dachschiefer abgebaut wurde, zählt zum geschützten „Bereich Schieferabbau und -verarbeitung Kaulenbachtal“. Durch das Gebiet der Industriebrache mit einmaliger Flora und Fauna führt der 7km lange Schiefergrubenwanderweg über die Trasse der ehemaligen Grubenbahn. Auf dieser Route erfährt der Wanderer wissenswertes über den Schieferabbau, gelangt an Gebäuderesten der Grube Höllenpforte vorüber und erhascht Ausblicke auf die Halde sowie in Eifel und Hunsrück.

Das Kloster Maria Martental wurde vermutlich um 1141 vom Augustinerchorherrenstift Springiersbach gegründet. Zum Wallfahrtsziel wurde der Ort nachdem die Kapelle der 10.000 Märtyrer 1817 einstürzte. Trotz einer bewegten (Kirchen-) Geschichte überstand der Ruheort alle Wirren. 1927 übernahm die Priesterbruderschaft Herz-Jesu-Priester aus Sittard das Kloster und erbaute 1934 eine neue Wallfahrtskirche. Das Kloster wurde nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut. Jeweils am 15. September wird hier das Patronatsfest der Sieben Schmerzen Mariens in einer Festwoche begangen. Nicht nur zu diesem Ereignis erfreut sich das Kloster großer Beliebtheit, es ist auch bei Pilgern, Wanderern und Heiratern ein gern frequentierter Ort.


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