Gräveneck

Gräveneck liegt zwischen Aumenau und Weilburg im Weilburger Lahntal. Der Ort entwickelte sich um die 1352 errichtete Burg Neu-Elkershausen, der als Belagerungsburgen 1381 die Steuerburg und 1395 Burg Gräveneck gegenübergestellt wurden.

Burg Neu-Elkerhausen wurde durch die Herren von Elkerhausen auf einem Sporn über der Lahn erbaut, nachdem ihre Stammburg im Weinbachtal zerstört worden war. Offensichtlich waren die Herren von Elkershausen ein ruppiges Geschlecht, denn auch die neue Burg hielt nicht allzu lange. Bereits 1396 wurde Burg Neu-Elkershausen wegen der „Räubereien“ ihrer Besitzer durch Philipp von Nassau-Saarbrücken und seine Verbündeten erobert und zerstört.

Die Reste der Burg Neu-Elkershausen sind nur noch marginal sichtbar. Ein noch bestehendes Mauerstück lässt auf einen Rundbogenfries schließen, das im Mittelrhein- und Lahngebiet zu den gängigen Verteidigungsbauten gehörte. Über der Mühle lassen sich der Stumpf und die Mauerreste eines quadratischen Turmes finden. Ebenso gibt es noch Reste weiterer Mauertürme.

Im Jahre 1372 häuften sich die Überfälle der Brüder Eckhard und Konrad von Elkerhausen auf Kaufleute, die zu Frankfurter Messen wollten. Deshalb verbündeten sich die Grafen von Nassau-Weilburg, die Grafen von Solms, Johann von Limburg und Dietrich von Runkel gegen die Herren von Elkerhausen. Sie bauten die Steuerburg, um Neu-Elkershausen zu zerstören. Dies gelang nicht, weshalb die Steuerburg bereits 1382 wieder abgerissen wurde.

Ein zweiter Anlauf führte zum Bau von Burg Gräveneck. Diesmal hatten die Herren von Elkershausen keine Chance und verloren. Von der Belagerungsburg Gräveneck am Westrand des Dorfes sind heute nur noch Reste erhalten wie einige Mauerzüge und ein Gewölbekeller.

Neben diesen historischen „Trümmern“ gibt es in Gräveneck natürlich auch noch bestehende Gebäude. Diese gruppieren sich um die evangelische Kirche, die 1776 als Saalbau mit Pilastergliederung errichtet worden ist.

Direkt an der Lahn befindet sich ein großer Campingplatz. Weithin sichtbar ist das Wahrzeichen der Anlage, der über 22m hohe Turm aus rotem Backstein. Er diente bis 1966 der nahegelegenen Eisenerzgrube Georg Joseph als Aufbereitungsanlage und wird heute als Hauptgebäude des Campingplatzes genutzt.