Freienfels (Weinbach)

Im Weilburger Lahntal liegt südlich von Weilburg die Gemeinde Weinbach. Freienfels, ursprünglich aus den Orten Mainlinten, Hohenlinten und Remerstegen bestehend, ist einer der Ortsteile von Weinbach und liegt direkt an der Weil, die wenig später in die Lahn mündet. Bekannt ist Freienfels für seine Ritterspiele auf Burg Freienfels, die immer um den 1. Mai herum stattfinden.

Das Jahr der Entstehung von Burg Freienfels lässt sich nicht mehr genau zurückverfolgen. Man vermutet aber, dass es um das Jahr 1300 war, als die Burg an einen steilen Hang oberhalb des Weiltals errichtet worden ist. Bei der Burg handelt es sich um eine mittelalterliche Befestigungsanlage mit Burggraben und Bergfried. Neben noch weiteren erhaltenen Verteidigungsanlagen wie der Schildmauer mit Wehrgängen und Schießscharten, sind noch Teile der Mantelmauer eine Schildturms und der Wohnanlagen samt Kellergewölben vorhanden.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Burg, die nie durch Krieg oder Fehde zerstört worden war, dem allmählichen Verfall preisgegeben und diente den Dorfbewohnern als Steinbruch für ihren Hausbau. Nachdem Nassau 1866 von Preußen annektiert worden war, wurde die Burg preußische Staatsdomäne. Das zuständige preußische Kultusministerium begann um 1910 mit Instandsetzungsarbeiten, in deren Verlauf der Turm begehbar und die gesamte Ruine der Öffentlichkeit zugängig gemacht wurde.

Burg Freienfels ist jedes Jahr zum 1. Mai Schauplatz eines der größten Mittelalterfestivals Deutschlands, den Freienfelser Ritterspielen. Über 2.000 Schausteller, Aussteller und Künstler verdingen sich dann in gelebter mittelalterlicher Geschichte und verkaufen mittelalterliche Male, Geschichten und Gegenstände. Barden messen sich im Gesang und Ritter hoch zu Ross in einem Turnier. Das Freienfelser Ritterturnier dauert drei Tage und man sieht an sonst keinem Ort so viele Burgfräulein, Burgvogte, Ritter, Barden und Gaukler. Die Erlöse der Ritterspiele kommen übrigens zu einem Großteil dem Erhalt der Burgruine zu Gute.