Frankfurt-Nieder-Eschbach

Lang gewehrt und doch eingemeindet: Nieder-Eschbach wollte nicht zu Frankfurt, konnte sich aber 1972 nicht länger dagegen wehren. Westlich des Eschbachs bildet der Stadtteil, der älter ist als Frankfurt, eine Siedlung, bestehend aus dem historischen Kern und der Siedlung am Ben-Gurion-Ring im Übergang nach Bonames. Die Wohn- und Gewerbeanlagen aus den 1970er Jahren haben sich mittlerweile zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt, weshalb man die Siedlung Ben-Gurion-Ring auch die Frankfurter Golanhöhen nennt.

Namensgeber für Nieder-Eschbach ist der Eschbach, der sein Quellgebiet östlich des Großen Feldbergs (881m) im Hochtaunus hat. Der Eschbach mündet nach 18km bei Harheim in die Nidda. Bei Nieder-Eschbach stellt der Zugang über den Eschbach zu den Honigwiesen die letzte natürliche Furt im Stadtgebiet dar.

Rund 12.000 Menschen leben in Nieder-Eschbach, einem landwirtschaftlich geprägtem Ort, in dem man sich Eier, Zwiebeln und Kartoffeln beim Erzeuger auf dem Hof im alten Kern kaufen kann. Noch heute wächst es auf den fruchtbaren Äckern nahe des einstigen Dorfes, das sich durchaus seine ländliche Struktur bewahrt hat.

Bei Feldarbeiten finden die hiesigen Bauern immer noch Relikte aus der Zeit der Römer und ein Heimat- und Geschichtsverein sammelt Daten und Exponate. Sichtbar von früher ist die evangelische Kirche. Reste eines spätgotischen Vorgängerbaus wurden bei dem Bau der evangelischen Kirche 1617-18 berücksichtigt.

Südöstlich von Nieder-Eschbach liegt der Pfingstwald mit einer eingefassten Wasserstelle, dem Waldsprudel. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts drang hier noch eine Fontäne ans Tageslicht. Erkennbar in der Umgebung sind Reste von Braunkohletageabbau.

Das abwechslungsreiche Naturerlebnis lässt sich am besten auf dem Rundweg im Grüngürtel-Park Nieder-Eschbach erkunden. Der 10km lange Rundweg beginnt zentral an der U-Bahn-Station, bietet auch Abkürzungsmöglichkeiten und führt zunächst durch landwirtschaftliche Flächen zum Taunengraben, der Regenwasser ableitet und trocken fallen kann. Durch Feldgehölz, neue Streuobstwiesen, über die Eschbachfurt und den Jägersteg zu den Honigwiesen und zum Weinbauerdenkmal. Auch der Pfingstwald wird durchschritten, Alter Mühlgraben und eine Rast unter einer stattlichen Linde sind weitere markante Punkte auf der Rundroute.