Frankfurt-Harheim

Das ist Frankfurt am Main? Wo sind die Türme, der Verkehr, die Bahn? Wenn sich ein Stadtteil Frankfurts Dorfcharakter bewahrt hat, dann sicher Harheim, das 1972 unter Protest nach Frankfurt eingemeindet wurde. Man hatte Furcht vor der Verstädterung. Von Feldern, Landwirtschaft und Streuobstwiesen umgeben, nur mit Bussen an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, wurde die Sorge zum Glück für die etwas über 4.000 Harheimer nicht real.

Durch Harheim fließt der Eschbach. Etwas oberhalb des Bachlaufs liegt am Ostrand von Harheim nicht nur ein Römerbrunnen, sondern auch das Naturschutzgebiet Harheimer Ried, Teil des Frankfurter Grüngürtels. Das Harheimer Ried ist eine der wenigen noch erhalten Feuchtwiesen auf Frankfurter Stadtgebiet. Seltene Tiere und Pflanzen leben in dem kleinen Harheimer Ried: Flussregenpfeifer, Schwalbenschwanz, Neuntöter und Schwalbenschwanz gehören dazu. Besonders im Frühjahr sind die saftig grünen Wiesen mit Sumpf-Dotterblumen und zahlreichen Seggen und Binsen ein schöner Anblick.

786 wurde Harheim erstmalig erwähnt und zur 1.200-Jahr-Feier spendierte sich der Ort eine sanierte Mitte, mit Häusern aus rotem Backstein. Obwohl es da Am Kirchplatz heißt, ist da keine Kirche, lediglich eine Umriss mit Vertiefung, der die barocke Kirche andeutet, die auf Befehl der Nazis 1936 abgerissen wurde. Drei Jahre zuvor hatte man im Ort die Jakobuskirche erbaut – und so viel Kirche war den Machthabern damals zu viel. Man sieht also im Boden, wo über 1.000 Jahr lang Gottesdienste gehalten wurden und an der Stelle des Altars erinnert der gemartete Jesu am Kreuz an seine und die spezielle Geschichte.

Ein weiteres Zeichen der katholischen Mehrheit in Harheim ist die kleine Marienkapelle mit der Mutter-Gottes-Statue in der Eschbachaue. Die Kapelle ist aus dem Jahr 1763. Ebenfalls im Ort sind mehrere Wegekreuze.

Beim Bau der Kita in Hartheim-Nord wurden aufsehenerregende Funde getätigt: Gräber, bis zu 3.000 Jahre alt, Steinzeit, Kelten, Merowinger, Skelette, Grabbeigaben, Gewandspangen, römische Münzen und ein keltischer blauer Glasring. Einige Funde werden in Ausstellungen vor Weihnachten im Heimatmuseum im Rathaus präsentiert.

Harheim hat einen über die Ortsgrenze hinaus beliebten Weihnachtsmarkt, mit lebensgroßer Krippe und echten Tieren am zweiten Adventswochenende – man ist ja auch auf dem Land!