Fischbachtal (Einrich)

Der kleine Fischbach, der zwei Dörfern im Einrich ihren Namen und ihr Wappentier gab, mündet bei Katzenelnbogen in den Dörsbach. Eigentlich gäbe es im Fischbachtal südlich von Katzenelnbogen drei Dörfer, hätte da nicht Ende des 19. Jahrhunderts ein spektakuläres Ereignis für Aufsehen im Einrich gesorgt: Im Jahr 1853 packten nahezu alle Einwohner eines Dorfes ihre Sachen zusammen und wanderten mit Sack und Pack nach Amerika aus. Lediglich fünf Familien blieben zurück.

Heute befinden sich an der Stelle des ehemaligen Dorfes, das mit der Zeit auch von den letzten Bewohnern aufgegeben wurde, nur noch Äcker und Felder. Die Wüstung Niederfischbach liegt ca. 1km südwestlich der Stadt Katzenelnbogen neben der B 274, gleich am Eingang des Fischbachtales. Die Dorflinde und der Dorfbrunnen sind dort noch zu sehen. Südöstlich der Wüstung Niederfischbach, jenseits der Bundesstraße, liegt im Tal außerdem die ehemalige Moorenmühle.

Wer an Mittelfischbach vorbeiwandert, plant einen kleinen Abstecher in die Rheinstraße ein, um zwei Kulturdenkmäler zu betrachten: Einen gusseisernen Laufbrunnen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und ein Fachwerkhaus von 1892, das teilweise mit Zierverschieferung verkleidet ist. Einen herrlichen Ausblick ins Fischbachtal hat man außerdem vom Wolfskopf (402m), der sich östlich des Dorfes erhebt.

Die Gemarkung von Oberfischbach liegt auf 355m ü. NN und ist fast dreimal so groß wie die von Mittelfischbach. Sie umfasst ein großes Stück des Staatsforstes Katzenelnbogen. Höchste Erhebungen in diesem Bereich sind die Ringmauer (449m) im Südwesten und die Weißler Höhe (456m) im Nordwesten des Dorfes. Südlich von Oberfischbach wandert man an einem größeren Bereich von Feucht- und Nasswiesen vorbei, der einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen Lebensraum bietet.

Die Hessenstraße führt durch das Fischbachtal nach Katzenelnbogen. Ihren Namen hat diese Altstraße seit dem Spätmittelalter, sie wurde aber bereits zum großen Teil von den Kelten genutzt, wie die vielen Hügelgräber belegen, die ihren Verlauf säumen. Die Römer befestigten einen Teil der Straße mit Pflastersteinen. Die Hessenstraße beginnt in Sankt Goarshausen am Rhein und verläuft quer durch den Hintertaunus, vorbei am Römerkastell Holzhausen, bis in den hessischen Untertaunus. Dort mündet sie in die alte keltische Hühnerstraße.