Ewersbach

Ewersbach ist der zentrale Ort im oberen Dietzhölztal und Sitz der Gemeindeverwaltung. Entstanden ist Ewersbach aus dem Zusammenschluss dreier vormals unabhängiger Orte: Straßebersbach, Neuhütte und Bergebersbach. Straßebersbach im Tal war damals schon ein wichtiger Rastort für die Reise von Köln nach Leipzig. Bereits 1303 residierte hier ein Gericht, das als Wappen einen Eber führte.

Auch heute noch ist der Eber das Wappentier der Gemeinde Dietzhölztal, was gut zu den weitläufigen Wäldern passt, die sich nördlich des Tals erstrecken: Gut 15km Fußmarsch muss man von Ewersbach auf sich nehmen, um mit Feudingen im Wittgensteiner Bergland erstmals wieder einen größeren Ort zu erreichen. Ideale Voraussetzungen also für ruhige und naturnahe Wanderungen am Schnittpunkt von Lahn-Dill-Bergland und Siegerland.

Bevor man losgeht, sollte man einen Blick auf die evangelische Pfarrkirche Ewersbach werfen, auch bekannt als Margarethenkirche. Ihre Ursprünge liegen im 10. Jahrhundert. Der heutige Bau wurde im Wesentlichen um das Jahr 1500 herum errichtet und wird dominiert durch den wuchtigen, quadratischen Westturm, der 1824 mit einer Haube ausgetsattet wurde. Aus dem 16. Jahrhundert stammt auch die Sandsteinkanzel und die freigelegten romanischen Fenster mit Laibungsmalerei.

Was für Bergebersbach die Margarethenkirche war für Straßebersbach die Johannes-Kapelle an der Hauptstraße. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet und ebenfalls um 1500 – wahrscheinlich von den selben Handwerkern – massiv umgestaltet. Mit Zusammenschluss der beiden Orte zum neuen Dorf Ewersbach 1937 verlor die Johannes-Kapelle ihre Funktion und diente von 1945-50 der katholischen Gemeinde als Domizil. Seit 2001 ist die Johannes-Kapelle im Besitz der Gemeinde Dietzhölztal, wurde gründlich renoviert, mit einem modernen Funktionstrakt ausgestattet und ist seitdem ein beliebter Ort für Trauungen und festliche Veranstaltungen.

Größer als die Kirchen im Ort erscheint das Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde Ewersbach. Die Größe der Gemeinde mag damit zu tun haben, dass die Freien evangelischen Gemeinden seit 1946 ihre Pastoren am Theologischen Seminar Ewersbach ausbilden. 2007 erfolgten größere Umbauarbeiten, die zum Kronberg-Forum führten: Unter einem Dach zusammengefasst finden sich hier am Fuße des Eichholzkopf (610m) neben Seminarräumen für die theologische Ausbildung und den Büros der Dozenten auch die theologische Bibliothek, ein großer Konferenzsaal und die Allianz-Mission.

Geht man vom Kronberg-Forum westlich am Gispel (528m) vorbei direkten Weges bergab, kommt man über den Ortsteil Eisenbach zum 2ha großen Ewersbacher Stauweiher. Er wird vom kleinen Burbach, einem Zulauf der Dietznhölze, gespeist und deshalb auch Burbach-Weiher genannt. Anders als die benachbarten Dietzhölzweiher und der Hammerweiher, die angelegt wurden, um die Energie für die Hüttenwerke im Dietzhölztal zu regulieren, war der Ewersbacher Stauweiher von Anfang zum Badevergnügen da. 1925-26 von dreißig Arbeitslosen in Handarbeit angelegt, sollte er allen Einwohnern für alle Zeiten frei und unentgeltlich als Badeweiher zur Verfügung stehen.

Am östlichen Dorfende trennt der Sasenberg (443m) Ewersbach von Steinbrücken. Auf seiner Spitze wurde 1900-01 die Wilhelmswarte errichtet, die von den Einheimischen allgemein nur Türmchen genannt wird. Sein ursprüngliches Aussehen, das an eine Burgzinne erinnerte, hat das Türmchen seit den 1970er Jahren nicht mehr. Damals wurde der Aussichtsturm mit einem Steildach ausgestattet. Auch ist der Blick nicht mehr ganz so schön, da bis auf eine kleine Schneise der Wald höher ist, als der Turm. Die Schneise aber legt einen wunderschönen Blick auf die Ewersbacher Margarethenkirche frei.