Erlebniswege Sieg Künstlerweg


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 6 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 41 Min.
Höhenmeter ca. ↑265m  ↓265m
Erlebnisweg Sieg Künstlerweg Herchen

Herchen galt einst dem Reiseführer-Pionier Baedeker als schönster Luftkurort im Siegkreis. Und tatsächlich: Im 19. Jahrhundert war Herchen speziell für viele Künstler ein beliebtes Sommerquartier. Der Siegburger Komponist Engelbert Humperdinck weilte hier, Schriftsteller Josef Winckler verfasste in Herchen seiner Roman Toller Bomberg und der Düsseldorfer Malkasten führte in Herchen die Sedan-Spiele auf, zu der die Eisenbahn das Publikum mit Sonderzügen brachte.

Lang, lang ist’s her. Aber man kann sich auch heute noch dieser Zeit zugehörig fühlen, wenn man auf dem Herchener Künstlerweg unterwegs. Der Künstlerweg gehört zu den Erlebniswegen Sieg und nimmt den Wanderer mit auf einer Rundtour um den Erholungsort im Windecker Ländchen.

Naturregion Sieg

Man startet am besten am Bahnhof Herchen auf der rechten Sieg-Seite. Geht man im Uhrzeigersinn los, passiert man die Realschule, hinter der man auf den Herchener Höhenpfad stößt. Diesem folgt der Künstlerweg parallel zu dem Bogen, den die Sieg hier schlägt. Lohnenswert ist eine Visite an der Düsseldorfer Hütte, einem Aussichtspunkt mit schönem Blick über das Siegtal und Herchen.

Weiter auf dem Höhenpfad unterwegs erreicht man später den Herchener Thingplatz. Er wurde 1934 zum Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkriegs errichtet, in der Folge aber vor allem von den Nazis für Veranstaltungen genutzt – daher auch der Name, der sich von der Bezeichnung für germanische Richtplätze ableitet. Thingstätten wurden von den Nazis vor allem als großmännische Freilufttheater interpretiert.

Vom Herchener Thingplatz führt eine Treppe hinab zu den Kölner Kanonen. Sie standen einst auf dem Kölner Heumarkt und wurden im Deutsch-Französischen Krieg (1870-71) genutzt. Im Ersten Weltkrieg kamen die Kanonen nach Herchen und bewachen dort bis heute den Durchgangsverkehr. Auf der anderen Straßenseite liegt der Herchener Hof, der 1912-13 als Hotel erbaut wurde. Später wurde aus dem Grauwackebau mit Mansarden-Walmdach ein Alten- und Pflegeheim. Der zum Anwesen gehörende Park dient als Herchener Kurpark.

Weiter geht es die Siegtalstraße entlang. Rechterhand erhebt sich die evangelische Kirche, die 1879-85 erbaut wurde. Wenig später trifft man auf eine zweite Kirche, die katholische Pfarrkirche St. Peter, die erstmals 1131 erwähnt wurde. Der heutige Bau stamm in wesentlichen Teilen aus dem 17. Jahrhundert. Im Innern steht ein frühgotischer Taufstein, der auf das 13. Jahrhundert geschätzt wird.

Nachdem die Sieg überquert ist, führt der Künstlerweg hinauf zum 2011 eingerichteten Helmut-Land-Platz, der nach dem langjährigen Vorsitzenden des örtlichen Heimat- und Verschönerungsvereins benannt ist. Von hier genießt man den schönen Blick auf Herchen, bevor der Künstlerweg am Bodelschingh-Gymnasium vorbei zurück zum Bahnhof leitet.

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