Dollendorf (Blankenheim)

Dollendorf liegt in der Dollendorfer Kalkmulde im Süden der Kalkeifel, die hier geprägt ist von vielen Wiesen und Feldern und nur wenig Wald. Man hat also oft einen schönen Blick über offene Naturlandschaft. Dollendorf war einmal eine große römische Siedlung. So gab es hier einst sogar einen Marstempel. An seiner statt findet sich heute die Antoniuskapelle. Sie steht am Kreuzweg zwischen Dollendorf und dem Blankenheimer Ortsteil Schloßthal, der rund 2km entfernt in nordöstlicher Richtung zu finden ist.

Die Antoniuskapelle geht auf eine Stiftung von Maximilian Philipp, Graf zu Manderscheid und Blankenheim im Jahr 1701 zurück. Die Antoniuskapelle folgt im Bau einem Entwurf in Anlehnung zur Himmelfahrtskirche in Jerusalem. Der achteckige Zentralbau wurde aus rotem Sandstein gemauert, wird durch ein Haubendach mit Laterne abgeschlossen. In einer Muschelnische wacht eine Antoniusstatue über das Geschehen. Vielleicht kann er weit genug gucken, um die Gäste auf dem nahe gelegenen Jugendzeltplatz im Auge zu behalten.

Start des Passionweges mit Steinkreuzen ist der Blankenheimer Ortsteil Schloßthal mit der Ruine der Burg Dollendorf, aufgrund des halb erhaltenen 20m hohen Bergfrieds auch Finger Gottes genannt. Die Höhenburg diente den Edelleuten von Dollendorf (Ersterwähnung 893) bis ins 15. Jahrhundert als Obdach. Burg Dollendorf findet 1077 ihren ersten Niederschlag in den Dokumenten. Der Grundriss der Burg ist noch erkennbar, zu erahnen sind die Vorsprünge der Wehrtürme und es stehen auch noch ein paar Mauerreste. Schilder erzählen wissenswertes zur Nutzung der Burg und zu den Bewohnern.

Ein weiterer Burgstandort ist nicht weit entfernt, allerdings kaum noch auszumachen: Nur rund 250m weiter Richtung Ahr stand einst Burg Neuweiler. Ihre letzte Erwähnung findet sich im 16. Jahrhundert. Der Bergrücken, auf dem Burg Neuweiler stand, liegt an der Einmündung des Lampertsbachs in die Ahr.

Gelangt man von Schloßthal über die Antoniuskapelle nach Dollendorf, fallen die hübschen Bauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert ins Auge, bevor sich vor einem der Kirchturm erhebt. Die katholische Pfarrkirche St. Johann Baptist ist ein Bau aus vielen Jahrhunderten. Ihr nicht näher datierter Turm mag der älteste sein und aus dem 14. Jahrhundert stammen. Man weiß, dass die Kirche im 18. Jahrhundert baufällig wurde, denn zwischen 1723 und 1736 erhielt sie ein neues Langschiff. Zur gleichen Zeit wurde in den Turm das Westportal eingebaut. 1909 bekam das Schiff ein Tonnengewölbe mit Stuck. Bei Renovierungsarbeiten im letzten Jahrhundert fand man Wandmalereien, die freigelegt werden konnten.