Daisbach (Aarbergen)

Folgt man bei Kettenbach dem Abzweig des Aubachs nach Osten, kommt man in dem kleinen Seitental schon nach zwei Kilometern zu Füßen des Scheidbergs (333m) zum Abzweig des Daisbaches und direkt danach zum Ort Daisbach.

Direkt am Ortseingang beeindruckt eine der imposantesten und schönsten Fachwerkensembles des Rheingau-Taunus-Kreises, die katholische Pfarrkirche und das dazugehörige Pfarrhaus. Erbaut wurde der malerische und harmonische Gebäudekomplex in zwei Bauabschnitten. 1709 entstand die Kapelle, 1739 wurde diese dann mit einem dreiseitig geschlossenen Chor und einem Dachreiter erweitert.

Die so entstandene Pfarrkirche St. Josef gilt heute als einzige erhaltene katholische Fachwerkkirche Hessens und als eine der wenigen katholischen Kirchen im evangelischen Gebiet. Den Chor schmückt seit 1950 ein ursprünglich aus Elz stammender, im Stil der Neugotik geschaffener Flügelaltar. Flankiert wird er von zwei Holzfiguren, die den Schutzpatron Josef sowie die heilige Jungfrau Maria zeigen.

Trotz der Einführung des lutherischen Glaubensbekenntnisses um 1540 und des damit verbundenen gesetzlichen Verbots der katholischen Religionsausübung, gab es im Aartaunus noch verhältnismäßig viele Katholiken. Ein Freiherr von Galen, Erbkämmerer des Hochstiftes zu Münster in Westfalen und damit katholisch, hatte 1677 die Herrschaft über die drei geschichtlich eng verbundenen Orte Rückershausen, Kettenbach und Daisbach käuflich erworben und war von da an Landesherr. Er ließ ein geräumiges Haus für seinen katholischen Verwalter als Wohn- und Amtshaus errichten und nach einem starken Anwachsen der Katholikenzahl die Kapelle anbauen.

Erst gegen 1860 änderte sich das idyllische Dorfleben in Daisbach für einige Jahre durch das entdeckte Silbervorkommen. Die Straße Am Silberberg weist noch heute auf das damalige umfangreiche Silbervorkommen hin. Nach der Entdeckung wurde direkt die Grube Haus Nassau angelegt, die aber nach kurzer und intensiver Ausbeutung der Bodenschätze bereits 1879 wieder geschlossen wurde.