Burg Scharfenstein (Kiedrich)

Gutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut WernerGutsausschank Rauenthaler Berg im Weingut Werner

Hoch über Kiedrich, dem gotischen Weindorf im Rheingau, blickt ein Turm hinab über Weinhänge bis ins Rheintal. Es ist der Bergfried der früheren Burg Scharfenstein, die 1160 erbaut wurde und im 13. Jahrhundert mehrfach auch als bischöfliche Residenz diente. Burg Scharfenstein war die Schutzburg im oberen Rheingau. Von hier wurde der Handelsweg von Eltville am Rhein ins Limburger Becken überwacht. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts war die Burg besetzt, danach begann der Verfall.

1962 schließlich wurden die Burgreste abgetragen, nur der 30m hohe Bergfried – der seit dem 14. Jahrhundert das Wappen von Kiedrich schmückt – blieb über. Im unteren Teil des Bergfrieds befindet sich das Burgverlies. Der Eingang zum Turm liegt in einer Höhe von 7,60m und wird durch eine Außentreppe ermöglicht. Über drei Etagen führen dann im Inneren der 3m starken Mauer Steintreppen zur ehemaligen Wehrplatte.

Vor dem Turm der Burg Scharfenstein befindet sich heute ein wirklich ideal gelegener, öffentlicher Grillplatz. Mit herrlichem Blick über die Weinberge und auf Kiedrich lässt es sich hier ideal vespern. Gut, dass sowohl der Rheinsteig, als auch der Rheingauer Rieslingpfad hier entlang führen.

In unmittelbarer Nähe der Burg Scharfenstein liegt der Weinberg der Ehe. Alle Ehepaare, die vor dem Standesamt Kiedrich die Ehe schließen, erhalten eine Urkunde, in der symbolisch ein Rebstock aus diesem Weinberg überreicht wird. Alle zwei Jahre treffen sich die Ehepaare und trinken Wein aus dem eigenen Weinberg. Eine besondere Attraktion und für viele auswärtige Gäste ein Grund im gotischen Weindorf die Ehe zu schließen. Mittlerweile sind über 1.500 Ehepaare Besitzer eines Riesling-Rebstockes in diesem originellen Weinberg.

Hinter dem Bergfried von Burg Scharfenstein wurde 1995 auf einer Fläche von 111ha das Naturschutzgebiet Weihersberg ausgewiesen. Die Fläche ist von Eichenwäldern und Gebüschgesellschaften geprägt. Durch den Schutzstatus sollen auch die Trockenmauern des Weihersbergs erhalten werden.

Östlich des Naturschutzgebiets in Richtung stand einst noch eine weitere Burg, die Burg Neuhaus. Ihr Standort ist heute nur noch als Bodenverformung wahrzunehmen. Die Höhenburg liegt im Eltviller Stadtwald nördlich von Kiedrich und westlich von Rauenthal als Spornburg auf dem abfallenden Sporn des westlichen Himmelsberges, ca. 50 Meter von der Förster-Keil-Douglasie entfernt, zwischen dem Sülzbach und einem nördlichen Nebenbach. Die Burg stand in beherrschender Stelle über dem Sülzbachtal. Die Burg Neuhaus war wahrscheinlich nur kurzzeitig in Nutzung. Sie wird in einer Urkunde von 1274 als eine neu erbaute Burg in der Nähe der Burg Scharfenstein erwähnt.

Auf der anderen Seite der Landstraße, die von Kiedrich nach Hausen vor der Höhe führt, sprudelt seit 1888 die Virchow-Quelle, eine der lithiumhaltigsten Thermal-Heilquellen Deutschlands, die mittlerweile zusätzlich durch eine Kneipp-Wassertretanlage ergänzt wird. Der Kiedricher Sprudel kommt aus 184m Tiefe mit 24 Grad und soll u.a. behilflich sein bei Gicht, Unterleibsleiden, Blutarmut und allgemeinen Schwächezuständen – was ja auch beim Wandern vorkommen kann.

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