Burg Hohlenfels

Burg Hohlenfels liegt zwischen Hahnstätten und Mudershausen auf einem von zahlreichen Schründen und Spalten durchsetzten – also hohlen – Kalkfelsen über dem Tal des Hohlenfelsbach. Der Fels fällt nach drei Seiten steil ab und ragt bis zu sechzig Meter hoch. Zur vierten, südwestlichen Seite schließt sich das Waldgebiet der Fossenhelde an.

Die Geschichte von Hohlenfels beginnt 1326 mit der Errichtung eines Gutshofs am Fuße des Burgfelsens. Aus diesem Hof entstand später das Dorf Hohlenfels, das im Dreißigjährigen Krieg aufgegeben wurde. Heute beherbergt der Gutshof eine Jugendbegegnungsstätte, die Domäne Hohlenfels, von der ausgehend der örtliche Wanderverein Wanderstrecken ausgeschildert hat. Die Domäne Hohlenfels ist heute eine Vierseit-Hofanlage mit einem langgestreckten Wohnhaus, neben der eine Scheune mit Mansarddach, datiert auf 1782, liegt. Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

1353 begannen die Weilburger Grafen aus dem Hause Nassau damit, auf dem Kalkfelsen eine Burg zu errichten, um die im Tal verlaufenden Handelswege zu sichern. Der Burgenbau führte zu einer Fehde mit den Grafen von Diez, weshalb man sich 1363 einigte, dass die Burg nassauisch ist, die Diezer aber freien Zutritt haben. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde Burg Hohlenfels vorübergehend aufgegeben und zum Teil zerstört. Nachdem zunächst die Ritter von Kronberg Herren auf Hohlenfels wurden, fiel die Burg an Hugo Friedrich Waldecker von Kempt, der 1712-16 den heute noch bewohnbare Hauptbau der Burg mit zwei- und dreigeschossigen Wohnbauten im Barockstil errichten ließ.

1768 wurden Teile der alten Holzkonstruktionen abgebrochen, und danach verfiel Burg Hohlenfels nach und nach. Von 1885 bis 1955 wurde Burg Hohlenfels als Gastwirtschaft und Pension genutzt. Ende der 1970er Jahre sperrte man die inzwischen denkmalgeschützte Burg aufgrund ihres schlechten Bauzustandes für die Öffentlichkeit. Prompt stürzten Ostern 1979 Teile der 40m hohen Schildmauer und der östliche Zwingerturm ein. Zwischenzeitlich wurde Burg Hohlenfels umfangreich saniert und auch der zerklüftete hohle Felsen stabilisiert. Nach einem vorübergehenden Leerstand ist Burg Hohlenfels seit 1978 wieder in Privatbesitz und bewohnt. Seit 2005 wird sie an einigen Tagen im Jahr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Von den polygonal angelegten mittelalterlichen Befestigungs- und Wohnanlagen sind heute noch der fünfeckige Bergfried erhalten, außerdem Teile der Schildmauer und ein Teil des als Wohnturm angelegten Palas. Die Burganlage wird weiterhin Sanierungsmaßnahmen unterzogen, wohingegen der Anbau aus dem 18. Jahrhundert komplett renoviert ist.

Wanderer, die Burg und Domäne Hohlenfels erkunden, durchqueren dabei das Naturschutzgebiet Hohlenfelsbachtal, das eine Fläche von fast 111 Hektar umfasst. Die einzigartige und noch ursprüngliche Landschaft wird insbesondere aufgrund ihrer Artenvielfalt geschützt: Auf den Kalkböden gedeihen Orchideen, und auf den Feuchtwiesen sind geschützte Amphibien zuhause. Außerdem leben und brüten hier bedrohte Vogelarten wie Mehlschwalbe und Schwarzspecht.