Brilon-Wald

Keine Stadt in Deutschland hat so viel Waldfläche in kommunalem Besitz wie Brilon. Da erscheint es irgendwie nur folgerichtig, dass es sogar einen Ortsteil mit dem Namen Brilon-Wald gibt. Er liegt südlich der Kernstadt im Tal der Hoppecke, einem 35km langen Zufluss der Diemel. Deren Tal hat sich tief in die Mittelgebirgslandschaft eingegraben und zwängt sich zwischen Ginsterkopf (661m) im Westen und Hammerkopf (542m) im Osten hindurch. Vor dem südlichen Ortseingang mündet die 6km lange Schmala in die Hoppecke.

Benannt ist Brilon-Wald nach der dortigen Bahnstation, die Strecke wurde im Jahr 1900 in Betrieb genommen. Dass hier überhaupt eine Siedlung entstand, hängt mit dem Bau der Eisenbahn zusammen: Abgesehen von den Betreibern einer Lohmühle waren es vor allem die Bauarbeiter, die Brilon-Wald anfangs bevölkerten. Denn von hier führt ein Eisenbahntunnel unter dem Bergkamm zwischen Ginsterkopf und Habberg (652m) hindurch. Sein westliches Portal ist beim Olsberger Ortsteil Elleringhausen zu finden.

Rund um Brilon-Wald lässt es sich hervorragend wandern, doch es gibt auch das eine oder andere zu sehen. Den Richtplatz zum Beispiel, südwestlich des Ortes. Im Mittelalter lag dieser Richtplatz im Niemandsland zwischen den Gaugreben zu Bruchhausen, dem kurkölnischen Herzogtum Westfalen und Waldeck. Durch die Lage auf diesem Grenzpunkt eignete sich der Platz gut, um dort Gericht zu halten.

Ein sehr schönes Zeugnis der Industrie längst vergangener Zeiten ist der Essigturm auf dem ehemaligen Industriegelände. Der restaurierte Backsteinbau gehörte einst zu einer Köhlerei, die Holzkohle, Holzteer und Holzessig produzierte.

Westlich am Ort vorbei führt der Rothaarsteig, der sich seit zehn Jahren wachsender Beliebtheit erfreut. Der 154km lange Wanderweg überlässt dem Wanderer an einigen Streckenabschnitten die Qual der Wahl. Eine dieser Stellen ist der Ginsterkopf bei Brilon-Wald. Hier steht die Wahl an: Bequemer Wanderweg oder Klettervariante Ginsterkopf? Rund 1,6km lang ist die Klettervariante, die über drei Bergkuppen führt und nur für geübte Wanderer anzuraten ist. Denn diese Strecke hat es in sich. Natürlich wird man für die Strapazen auch durch fantastische Aussichten über das Sauerland belohnt. Und an klaren Tagen kann man rund 50km weit bis hinüber zur Paderborner Hochfläche gucken.

Regionaler Bezug:

Brilon Hochsauerlandkreis Nordrhein-Westfalen Briloner Hochfläche Hochsauerland Sauerland