Bous (Saar)

Bous liegt rechts der Saar am südlichen Ende des Saarlouiser Beckens. Nördlich befindet sich das Naturschutzgebiet Breitborner Floß und der Bommersbach kommt aus der Gemeinde Schwalbach heran geflossen.

Bous, das bereits 952 erstmalig urkundlich erwähnt wurde, ist 1982 als kleinste saarländische Gemeinde wieder selbstständig geworden. Davor gehörte es zu Schwalbach. Jetzt muss der Ort mit seinen rund 7.000 Einwohnern alleine gegen einen Schuldenberg kämpfen. Einst florierten in Bous die Mannesmann-Werke, deren Hallenflächen seit 1996 leer stehen. Gebaut wurde das Werk I 1892. Beeindruckend gewaltig ist auch die aufgestellte Pilgerwalze in Bous, ein historisches Rohrwalzgerüst, das 1918 in Betrieb genommen wurde.

Wer investieren will, ist hier sicher auch willkommen. Es gibt da ein fantastisches Objekt, das ebenfalls leer steht. Das ehemalige Kloster Heiligenborn hat eine Klosterkirche, die 1952 nach Plänen des bekannten Künstlers György Lehoczky erbaut wurde. Ein Augenmerk fällt auf die hohe Schaufassade, die quasi mit dem sich anschließenden Turm abschließt. Neben dem quadratischen Turm sind beiderseits niedrigere Rundtürme. Das Kirchengebäude ist eine dreischiffige Basilika.

Die katholische Pfarrkirche St. Peter ist dreischiffig und im historisierenden Stil 1890-92 erbaut. Auffällig ist das Turmobergeschoss, das als Oktogon errichtet wurde. Nach einer Innenrenovierung hat die Kirche eine Holzkassettendecke. Die Protestanten gehen in die evangelische Kirche in der Lutherstraße. Die verputzte Kirche stammt aus dem Jahr 1915 und zeigt sich mit romanischen und gotischen Einflüssen.

Auch die Abtei Wadgassen hatte in Bous eine Dependance. Das Forsthaus der Abtei Wadgassen steht an der Saarbrücker Straße und erstreckt sich dort über sieben Achsen, wobei sechs mit Fenstern aufwarten. Der zweigeschossige Putzbau unter einem Mansarddach stammt aus dem Jahr 1756. Geht man die Saarbrücker Straße weiter, gelangt man zur Gemeindeverwaltung.

Der Bürgermeister amtiert im denkmalgeschützten Rathaus, das in der Zeit von 1936 bis 1938 erbaut wurde. Man erkennt es auch an der breiten Mittelachse mit den hohen Fenstertüren und der Uhr auf dem Dach.

In der Bommersbachstraße in Bous steht die Bommersbacher Mühle. Schon die Römer sollen hier eine Mühle betrieben haben. Von 1136 bis 1792 verpachtete das Kloster Wadgassen die Mühle. Mit der Säkularisation wurde sie versteigert. 1962 war Schluss mit der Müllerei. Die Nachkommen der letzten Müllerfamilie bewohnen noch heute die Mühle. Man sieht einen langgestreckten zweigeschossigen Bau unter einem Krüppelwalmdach.

Cineasten haben in Bous eine ganz besondere Anlaufstelle. Hier gibt es ein Kino mit Beinfreiheit, Tischchen und Service. 1924 eröffneten die Thalia Lichtspiele mit damals 450 Sitzplätzen. Heute können 141 Filmfans auf die Leinwand gucken und es sich dabei so richtig gemütlich machen. Es gibt aktuelle Filme, Programmkino und Klassiker. Das Kino wird mittlerweile vom Enkel des Gründers betrieben. Erst 2013 entstanden zwei weitere Kinosäle. Die haben zwar keine Tische mehr vor den Sitzen, aber Ablagemöglichkeiten. Das kleinste von ihnen hat 58 Sitzplätze.

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