Schwalbach (Saar)

Die Gemeinde Schwalbach liegt nördlich der Saar, eingefasst von den Autobahnen A 620 und A 8. Rund 17.000 Menschen leben hier in der Landschaft des Saarlouiser Beckens und genießen gleichzeitig eine schnelle Verkehrsanbindung und ebenso schnell ist man in der Natur mit einem guten Wanderwegenetz, das rund 160km umfasst.

In Schwalbach sind in der Hauptstraße das Ensemble der Volksschule geschützt und das des Ney-Schachts. Die Schulgebäude entstanden zwischen 1878 und 1907. Das älteste Gebäude ist aus Sandstein, hat zwei Geschosse und zehn Achsen.

1867 wurde an der Hauptstraße der erste Schacht abgeteuft, der erstmal nur Wetterschacht war und erst 1924 Förderschacht wurde. Da entstanden auch die Bauten über Tage. Man sieht das Fördergerüst des Ney-Schachts als genietetes Strebengerüst. Der Wasserbehälter wurde schon um 1900 gebaut, stand aber am Ensdorfer Schacht und kam nach dessen Ende hierher. Ein Fördermaschinenhaus und ein Kompressorenhaus sind auch erhalten.

In der Hauptstraße steht hoch und mächtig die katholische St. Martin Kirche aus dem Jahr 1905, die durch die Betonung der Gebäudekanten auffällt, ebenso wie durch den massigen Turm über dem breiten Portal. Die Basilika mit Rundpfeilern und Arkaden hat im Inneren einen gotisierenden Flügelaltar mit Szenen aus dem Neuen Testament.

Ein weiteres Denkmal steht in der Alleestraße 20 mit der Schreinerei der Schachtanlage Griesborn, wo sich heute das Schmiede- und Schlossermuseum befindet. Im Schmiede- und Schlossermuseum stehen die Gerätschaften einer alten Schmiede und machen das schwere Handwerk anschaulich. Esse, Blasebalg, Amboss, Biege- und Bohrmaschinen aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind alle noch einsatzfähig. Gezeigt wird auch der Beginn des Schmelzschweißens. Alte Elektroschweißautomaten ergänzen die Ausstellung ebenso wie das Handwerkszeug der Schlosser und Maschinenbauer.

Durch Schwalbach fließt der Schwalbach, der westlich von Bous in die Saar mündet. In der Nähe ist ein weiteres Museum in der Straße „Am Eisenbahnschacht 11“. Das Flachsmuseum in einem historischen Gebäude gibt Auskunft über eine der ältesten Kulturpflanzen in Deutschland. Der Weg vom Flachs zum Leinen wird gezeigt, anhand von Bildern und den funktionstüchtigen Gerätschaften, die man dazu brauchte. Da kommen Bezeichnungen vor wie Riffelbock, Klopfbock und Schwingblock. Aus Flachs wird nicht nur Leinen, sondern auch Leinöl oder Dämmung.

Ein anderes Haus mit Geschichte in Schwalbach ist das Dickfranzenhaus, wo der Förderverein für Denkmalpflege und Heimatkunde sein Domizil hat. Das Haus hat Wurzeln im 16. Jahrhundert und gehörte damals einem Schäfer. Der Gewölbekeller ist aus der frühen Zeit. Einst wohnte hier auch einmal eine Familie mit 14 Kindern!

Um das historische und museale Reigen komplett zu machen, gibt es in Schwalbach auch noch einen Verein, der sich dem Westwallbunker auf dem Hang zum Hohlbachtal widmet. Es handelt sich dabei um einen Kuppelbunker, der 1939 aus einem Guss hergestellt wurde.

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