Blankenau

Blankenau ist einer der acht Ortsteile der Gemeinde Hosenfeld im Vogelsberg und liegt grob gesagt auf halber Strecke zwischen Fulda und Herbstein im Tal der Lüder. Durch die malerische ländliche Region fließt auch die Schwarza, die kurz vor Blankenau nach 18km in die Lüder mündet. Aus diesem Grund findet man auch häufig die Wortverbindung Blankenau im Schwarzatal.

Berüchtigte Berühmtheit erlangte Blankenau im 13. Jahrhundert. Damals hausten hier Raubritter. Sie bauten ihre Burg Blankenberg an den Standort eines alten Ringwalls oberhalb des heutigen Dorfkerns von Blankenau. Doch irgendwann trieben’s die Herren von Blankenwald zu wild und der Fuldaer Fürstabt stürmte 1264 die Burg und schleifte sie. Heute ist nichts mehr von Burg Blankenau zu sehen und die Blankenwalder leben mittlerweile in der Au, weshalb sie heute auch Blanken-auer sind.

Die derart zurechtgestutzten Raubritter taten Buße und verpflichteten sich beim Fürstabt, ein Frauenkloster zu errichten, wo einst diebisches Gesindel heimisch war. Dem Wunsch wurde stattgegeben und so entstand 1265 das Benediktinerinnenkloster Blankenau, das südlich der heutigen Kirche stand. Das Kloster litt durch die Jahrhunderte unter kurzzeitigem Disziplinverlust, der Pest 1438, dem Bauernkrieg 1525, der Reformation und fehlendem Nachwuchs. 1579 war dann erst mal Schluss.

Das dem Kloster angeschlossene Hospital St. Elisabeth steht heute noch. Nun befindet sich eine Senioreneinrichtung hinter dicken Mauern, in denen sich Vinzentinerinnen der älteren Herrschaften annehmen.

Da es nicht Mode war um 1420, dass Frauen alleine auch weltlich wirtschafteten, wurden Pröpste eingesetzt und ab 1600 war Blankenau Propstei. Um 1700 wurde das noch heute erhaltene Propsteischloss Blankenau errichtet. Franziskanerarchitekt Antonius Peyer vom Kloster Frauenberg zeichnete sich dafür verantwortlich. Bei der späteren Renovierung wurde besonderen Wert auf so viel Erhalt wie möglich gelegt. Stuckreliefs, Barocktüren und zwei Kachelöfen wurden aus- und wieder eingebaut. Das Gebäude ist im sogenannten klassischen „Fuldaer Rot“ abgesetzt, auf einem freundlichen Gelb als Grundton.

Der Vierungsturm der katholischen Pfarrkirche St. Simon und Judas besteht zu großen Teilen aus dem 13. Jahrhundert und der gotischen Kirche der Zisterzienserinnen, wie Untersuchungen zeigten. Er gehört demnach zu den frühesten gotischen Vierungstürmen im deutschsprachigen Raum. Sein achteckiger Spitzhelm ragt keck aus dem Panorama.

An einer historischen Bruchsteinmauer vorbei, die den Lustgarten umschließt, unter dem Torhaus hindurch, erreicht der Wanderer den Innenhof der Propstei. Linkerhand, in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Klosters, ist das Heimatmuseum Blankenau untergebracht. Handwerk und Landwirtschaft, Ortsgeschichten und Geologie sind Schwerpunkte. Gruseliges gibt es auch zu sehen und steht den Raubrittergeschichten in nichts nach.

Am 18. Januar 1699 haben Kumpane beschlossen, sich das Geld von Propst Ämilian von Riedheim anzueignen. Sie führten eine tödliche Messerattacke auf den im Schlaf Überraschten aus, doch Geld fanden sie nicht. Kommissar Zufall in Gestalt eines Kindes, half den Fall zu klären. Eine Schuhverwechslung überführte die Mörder. Tod durch Schwert und Rad war das Ergebnis der Habgier. Das vermutliche Tatwerkzeug ist im Museum ausgestellt und ein Epitaph des Propstes erinnert in der Pfarrkirche an den Mord.