Herbstein

Herbstein, die Stadt auf dem Vulkan. Hessens höchstgelegenes Heilbad hat für den Besucher Einiges zu bieten. Da ist zum einen am Nordrand der Stadt der Kurpark Herbstein mit Vulkan-Sauna und Vulkan-Therme. 32,6° warmes Calcium-Natrium-Sulfat-Heilwasser kommt aus über tausend Meter Tiefe und verwöhnen im Thermal-Bewegungsbad nicht nur strapazierte Wanderwaden und Rucksackrücken!

Oberhalb des Kurparks steht die kleine Kreuzkapelle, die 1854 erbaut wurde. Die Bauart der Kapelle ist recht einzigartig, da sie viele Elemente vereint, von der griechischen Klassik über die Gotik, sichtbar an der Fenster- und Türform, kombiniert mit Fachwerk und Lehmsteinausmauerung. Hinzu kommt die Zimmermannsarbeit mit Eichenstützen und schmucken Ornamenten.

An den Westrand des Kurparks grenzt das Gelände des Kolping Feriendorfs an. Hier wurde 2011 der erste Bibelpark Deutschlands eingerichtet. Der frei zugängliche Bibelpark Vogelsberg liegt direkt am Vulkanring Vogelsberg und der Herbsteiner Felsentour. Im Bibelpark sind alttestamentarische Bauwerke nachgebaut. Manche Arrangements, wie die Arche Noah oder der Turmbau zu Babel sind begehbar und auch als Kinderspielgeräte benutzbar.

Herbstein selbst gruppiert sich rund um die katholische Pfarrkirche St. Jakobus, eine spätgotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Das Deckengewölbe des Kirchenschiffes ruht auf den Raum unterteilenden Pfeilern, die farblich in Pastell abgesetzt sind. An den Pfeilern stehen Heiligenfiguren, wie beispielsweise Jakobus im Pilgerornat, mit Hut, Gewand, Pilgerstab und Muschel. Desweiteren überrascht der Innenraum mit hochwertigen Schnitzarbeiten und einer gehobenen Ausstattung. Besonders schön gearbeitet ist auch die Kanzel.

Nach Osten schließt sich an den Kirchplatz der Marktplatz an. Hier stand einst Burg Herbstein, die im 17. Jahrhundert zerstört wurde. Einen Teil der unterirdischen Anlagen wurden 1975 unter der Bezeichnung Herbsteiner Gewölbe für Führungen zugänglich gemacht

Die ehemalige Burganlage war von einer wehrhaften Stadtmauer umgeben, die am Fuße 1,40m stark ist und rund 800 Jahre in den Fugen hat. Die Herbsteiner Stadtmauer ist begehbar. Ebenso wie die Türme, die in die Himmelsrichtungen Norden, Westen und Osten zeigen. Der nördliche Eulenturm ist 25m hoch, der Ostturm ist kleiner, dafür aber dicker. Von der Herbsteiner Stadtmauer aus hat man einen schönen Blick über die Anhöhen, wie den Gallberg (467m), und die Niederungen, wie das Tal des Ellersbachs.

Bei einem Gang durch die barrierefreie Altstadt mit ihren hübsch herausgeputzten Fachwerkhäusern passiert man nicht nur die Alte Apotheke von 1567, sondern auch ein verschindeltes Bauernhaus, in dem die zwei Museen von Herbstein untergebracht sind. Zum einen ist da das Fastnachtsmuseum, das an die Herbsteiner Fastnacht erinnert, die hier in der katholischen Diaspora des ansonsten evangelischen Vogelsbergs seit dem 17. Jahrhundert gefeiert wird.

Seit 2008 ist das Fastnachtsmuseum mit dem Herbsteiner STATT-Museum zusammengelegt. Das STATT-Museum liefert Einblicke in die Geschichte der Emigrationsbewegung, zeigt ein Bürgermeister- und ein Apothekenzimmer, das aus dem 19. Jahrhundert stammt, eine Sammlung von Puppen und Bildstöcken. Mit fast allen Sinnen (keine Sorge, es wird nicht wirklich gefährlich) führt es die Besucher optisch und akustisch ins Jahr 1907 als der Stadtbrand wütete.