Beilstein (Mosel)

Weinhotel LandsknechtWeinhotel Landsknecht

Beilstein wird auch gerne das Dornröschen der Mosel genannt. Schmuck liegt es zwischen den Weinbergen an den Cochemer Moselschleifen und wird von Burg Metternich überragt. Die romantische Kulisse wurde schon von so manchem deutschen Heimatfilm genutzt, u.a. in der Schinderhannes-Verfilmung von 1958 mit Curd Jürgens.

Burg Metternich ist eine Höhenburg auf einem etwa 60m hohen Sporn, die bereits vor 1268 genannt wurde. Der Bergfried, der noch immer 25m hoch mahnend in den Himmel ragt, stammt aus der Zeit um 1120. Ein südwestlicher Rundturm aus dem 14. Jahrhundert. Erhalten haben sich ein Keller, Teile von Palas und Nebengebäuden, wie Reste einer Vorburg mit Rundturm, die Mauer zur Stadt hin und ein Außentor sowie Ring- und Zwingermauern.

Burg Metternich wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Einst sicherte sie den Besitz des Kölner Erzbistums. Heute wird Burg Metternich gastronomisch betrieben. Von Burg Metternich aus genießt man einen schönen Blick über die Cochemer Moselschleifen und über die Landschaft mit den Weinlagen, der Fachwerkromantik und den Kirchtürmen.

Die geschützten Stadtbefestigungsreste von Beilstein stammen aus dem frühen 14. Jahrhundert und waren ursprünglich mit der Burg verbunden, mit fünf Toren und Türmen sowie zwei erhaltenen Rundtürmen im Süd- und Nordwesten. Zwei Tore sind überbaut. In der Alten Wehrstraße findet sich ein Stadtmauertor. In der Wehrstraße steht ein barocker Weinbergpavillon aus dem 18. Jahrhundert. Ein weiteres Stadtmauertor ist in der Bachstraße. Eine andere sehenswerte Straße mit etlichen schmucken Fachwerkhäuschen, die teils massiv sind und mit zierenden Erkern auftreten, ist die Klostertreppe.

Das führt bereits zum nächsten sehenswerten Bau: die katholische Pfarrkirche St. Josef, die man auch als Karmeliterkirche kennt, da die sie Kirche des früheren Karmeliterklosters Beilstein war. Die dreischiffige Hallenkirche entstand ab 1691 im Stil des Barock. In ihrem Inneren finden sich Wandmalereien und eine Marienfigur aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Sie wird als schwarze Madonna verehrt. Die Gesamtanlage der Kirche mit Karmeliterkloster steht unter Denkmalschutz. Darin inbegriffen ist der Friedhof mit ummauertem Klosterbezirk, das Klostergebäude (Pfarrhaus), ein barocker Pavillon und weitere historische Zeugen der Jahrhunderte.

Geht man auf den Marktplatz, sieht man das Zehnthaus aus dem Jahr 1537. Der Bruchsteinbau fällt durch seinen polygonalen Treppenturm auf. Die Alte Schule nebenan war die ehemalige katholische Kirche St. Christophorus, ein Saalbau aus dem Jahr 1732, wobei der Kirchenbau auf das 16. Jahrhundert datiert ist.

Ein weiteres Zeichen katholischen Glaubens liegt südlich des Ortes oberhalb der Burg. Die Dreikreuzkapelle aus dem Jahr 1652 fällt zunächst gar nicht als solche auf, je nachdem von welcher Seite man an sie herantritt. Drei Sandsteinreliefs gucken einen an. Auf der anderen Seite ist der von Kreuzen gerahmte Eingang. Die Kapelle steht in Nachbarschaft zu einem jüdischen Friedhof, der im 17. Jahrhundert angelegt wurde und 104 Grabsteine trägt.

Auch eine Alte Synagoge findet sich in Beilstein. Sie steht in der Weingasse 12. Der Bruchsteinbau stammt aus dem 18. oder 19. Jahrhundert, ist dreigeschossig und schlank in einer Zeile eingebaut. Die ehemalige Synagoge ist im ehemaligen Judenviertel von Beilstein, in das man durch zwei Tore gelangt. Man schätzt, dass einige bauliche Züge noch aus dem Mittelalter sein könnten. Das Gebäude wurde von einem Galeristen erworben, der mit Fingerspitzengefühl die Geschichte des Hauses wieder herstellte und heute im Haus seine Galerie betreibt.

Durch Beilstein führt der Erlebnisweg Moselkrampen (17km). Zwischen Etappe 17 und Etappe 18 macht der Moselsteig in Beilstein Station. Die 17. Etappe führt dabei auch über Briedern, das moselaufwärts liegt.

In der Moselstraße von Briedern steht die katholische St. Servatius Kirche, deren Turm aus der Spätromanik und dem 13. Jahrhundert stammt. Das Kirchenschiff wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet mit wahrscheinlich romanischem Kern. Die Sakristei kam rund hundert Jahre später mit Fachwerkaufbau dazu. In der Moselstraße finden sich darüber hinaus späthistorische Putzbauten aus der Zeit um 1900.

Die Landschaft zwischen Beilstein und Briedern kennt man auch als Briederner Schweiz. Auf deren höchsten Punkt liegt der Aussichtspunkt Waldeslust mit schönem Blick über die Mosel hinweg in die Eifel.