Bösperde

Seit 1975 ist Bösperde ein Teil der Stadt Menden, zu finden im Norden des Stadtgebiets westlich der Hönne. Als nördlichster Stadtteil endet hier die durchgehende Bebauung und die Landschaft öffnet sich nach Norden in Richtung Ruhr. Die Flächen sind hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt.

Der Ursprung von Bösperde liegt in mehreren kleinen Ansiedlungen, deren wichtigste Haus Kotten war. Es handelt sich dabei um ein ehemaliges Rittergut, das im Jahr 1259 erstmals erwähnt wird. Die Erbauerfamilie von Kotten gehörte dem Niederadel an. Nach ihnen wurden die Herren von Werminghaus Besitzer des Anwesens, denen auch die Burg Klusenstein im Hemeraner Ortsteil Deilinghofen gehörte.

Das zweistöckige Herrenhaus wurde vermutlich im 17. Jahrhundert erbaut und besteht im Erdgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk, im Obergeschoss aus Fachwerk. Erst seit ca. 1900 ist die Fassade verputzt. Darüber hinaus gibt es mehrere Nebengebäude und einen auffälligen Turmspeicher in der nordöstlichen Ecke der Anlage. Ursprünglich war Haus Kotten auch von einem Wassergraben umgeben, das zeigen alte Aufzeichnungen. Diese aber sind schon lange zugeschüttet. Haus Kotten wird heute privat bewohnt. Bemerkenswert ist außer dem Haus selbst auch die rund 100m lange Lindenallee. Die 21 Bäume wurden 1926-50 gepflanzt.

In weitem Umkreis bekannt ist die Magdalenenprozession. Sie findet seit 1697 jedes Jahr statt, jeweils am Sonntag vor dem 22. Juli, dem Gedenktag der Maria Magdalena, Patronin der Bösperder Gemeinde. Die Gemeindemitglieder ziehen dabei in feierlicher Prozession zum Kapellenberg in Menden. Wie die Tradition entstand, ist nicht abschließend geklärt. Es wird aber vermutet, dass eine Viehseuche der Anlass war. Wer die Prozession erleben möchte, der finde sich am Hagedörnchen ein, einem kleinen Heiligenhäuschen am heutigen Friedhof des Ortes.