Altrich

Am westlichen Lieserufer liegt alta regia. So zumindest hieß der Ort 4km südlich von Wittlich noch im 7. Jahrhundert. Er ist einer der ältesten Orte in der Wittlicher Senke. Altrich liegt auf einer Anhöhe und bietet hübsche Ausblicke auf die Eifelberge. Zu Altrich zählt der Ortsteil Büscheid und die Wohnplätze Haardt mit seiner Kapelle, Kirchhof, Neuenhof, Bahnwärterhaus Sommerkopf und Villa Altrich. Bei Neuenhof wurden römische Mauerreste gefunden, die auf eine frühe Besiedelung von 500 vor bis 500 nach Chr. schließen lassen.

Schnörkellos zeigt sich der fünfachsige Saalbau der katholischen Pfarrkirche St. Andreas aus dem Jahr 1873. Im Pfarrgarten stehen ähnlich schlank die Cusanus-Säulen, die auf den geschichtlich hier bedeutenden Nikolaus von Kues zurückgehen. Die Säulen trugen um die Zeit, als von Kues 1425 das Kirchengut als Pfründe erhielt, die Pfarrkirche. Nikolaus Kardinal von Kues oder in Latein, Nicolaus Cusanus, war ein hoch gebildeter Philosoph und Mathematiker. Sein Start-up, sozusagen, begann er mit den Pfründen der Pfarrkirche St. Andreas, aus welchem er ein Amt und Einkünfte bezog.

Verlässt man Altrich nach Norden Richtung Wittlich über die L 52 und dann links auf die L 53 kommt man unter der Brücke der Autobahn A 1 zu den restaurierten Resten einer römischen Villa rustica. Bei diesem Landhaus aus dem 2. Jahrhundert handelt es sich um einen der größten römischen Gutshöfe nördlich der Alpen, um deren Erhalt sich nach wie vor gekümmert wird. Die römische Villa wurde um 350 von den Franken zerstört. 1904 fanden die ersten Ausgrabungen statt. 1972 wurde durch die Autobahn und Brückenpfeiler ein Teil zerstört. Erst 1984 war man soweit, dass die noch ersichtlichen Reste mit einem Dach geschützt wurden und seit dem steht die Villa und das Gelände drumherum unter Denkmalschutz.

Nach Südwesten steht außerhalb von Altrich das Naturdenkmal Dicke Eiche. Die rund 300 Jahre alte Eiche steht prächtig im Seidefeld, von wo man aus einen hübschen Blick in die Umgebung hat. Die stattliche Eiche, 6,5m Stamm und 80m Kronenumfang, macht was her, trotz des Hohlraums an ihrem Fuß.

Südöstlich von Altrich liegt der Wein- und Ferienort Platten malerisch an der Lieser. In Platten mündet der Bieberbach in die Lieser ein, die den Bach 9km mitnimmt, bis zur Mosel. Vom Meisberg (349m) mit der Weinbergslage Klosterberg hat man einen schönen Blick ins Liesertal, die Wittlicher Senke und in die Höhen der Eifel. Eine Dorfmühle und die katholische Pfarrkirche St. Martin von 1791 komplettieren das Bild des romantischen Landlebens im Liesertal.