Wisper Trail Rhein-Wisper-Glück


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 2 Min.
Höhenmeter ca. ↑591m  ↓591m
Wisper Trail Rhein-Wisper-Glück bei Lorchhausen (Wegzeichen, Markierung)

Das Wispertal war historisch die natürliche Grenze des Rheingaus im Norden. Heute ist es ein beliebtes Wanderziel. Der Unterlauf der Wisper ist wieder durchgängig für Wanderfische. Im Jahre 2003 haben sich aus dem Meer zurückgekehrte Lachse in der Wisper fortgepflanzt. Weiterhin kommen noch Bach- und Meerforelle in der Wisper vor.

Wir wandern heute auf einem der neuen Wisper Trails im Mündungsbereich der Wisper bei Lorch. Genauer gesagt sind wir im Lorcher Stadtteil Lorchhausen unterwegs, der westlichsten und am tiefsten gelegenen Ortschaft in ganz Hessen. Wir sind hier übrigens unterwegs im UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal.

Startpunkt ist am Talweg direkt gegenüber der Clemenskapelle. Die wurde 1909 gebaut und von hier hat man einen schönen Blick auf Lorchhausen. Genau die richtige Einstimmung! Wir wandern los, oberhalb der Rheinberge im Rheintal, und steuern die Ruine Nollig an.

Die Ruine Nollig ist der Rest einer Höhenburg aus dem 14. Jahrhundert. Das Gebäude selbst ist heute in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden. Das Gelände um die Ruine Nollig gehört in Hessen zu den Lebensräumen mit der höchsten Artenvielfalt. Insbesondere finden sich hier Tiere und Pflanzen, die man sonst nur aus dem Süden Europas kennt. Inzwischen sind die ehemaligen Brachflächen und Teile der Weinberge geschützt.

An der Ruine Nollig biegen wir links ab und wandern zum Aussichtspunkt Rhein-Wisper-Blick mit Schutzhütte. An der Flanke des Nolligs (330m) entlang wandern wir weiter ins Retzbachtal, passieren den kleinen Rheinzufluss und kommen ins Naturschutzgebiet Engweger Kopf und Scheibigkopf bei Lorch.

Steinmauern und Terrassen zeugen von einer alten Kulturlandschaft, wie sie typisch ist für das Obere Mittelrheintal. Über Jahrhunderte nutzte man rund um den Engweger Kopf (356m) selbst kleinste Flächen als Weinberge, Obstgärten oder zur Hütehaltung von Vieh. Heute bilden die  verbliebenen kleinräumigen Strukturen Lebensraum für zahlreiche, meist Wärme liebende Pflanzen- und Tierarten. Felsenahorn und Traubeneichen, Schlingnatter und Mauereidechse, Zippammer und Neuntöter sind am Engweger Kopf und Scheibigkopf heimisch.

Wir wandern zum Lehnhardt-Blick und kommen auf dem weiteren Weg noch einer ganzen Reihe weiterer schöner Aussichtspunkte vorbei, bis wir schließlich den Seppl-Blick erreichen. Wenn wir den erreicht haben, sind es nur noch wenige Meter bis zurück zum Startpunkt unserer Wanderung auf dem Wisper Trail Rhein-Wisper-Glück.

Der Premiumwanderweg Wisper Trail Rhein-Wisper-Glück wurde 2019 mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet und erhielt im Rahmen der Zertifizierung 94 Punkte.

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