Wawern (Saar)

In einem vor rund 10.000 Jahren verlandeten, alten Flussbett der Saar liegt der Ort Wawern, grob auf halber Strecke zwischen Saarburg und Konz.

Ein bisschen Altsaar ist irgendwie noch übrig geblieben. Das merkt man im 44ha großen Naturschutzgebiet Wawerner Bruch westlich des Orts. Hier befindet sich ein Feuchtbiotopzone mit Schilfröhricht, Großseggen-Riedern und nassen Hochstaudenfluren sowie das Teilstück eines verlandeten Saar-Mäanders.

Wawern lässt sich sehr informativ erkunden, denn Wawern hat einen Geschichtspfad mit 25 Tafeln durch die Straßen gelegt und man kann sich auf die Spuren der Historie begeben.

Im 19. Jahrhundert war jeder zweite Wawerner Jude. Sie bauten 1830 eine Synagoge, die in der Reichskristallnacht zerstört wurde und in den Folgejahren verfiel. 1989 wurde das einfach gehaltene Haus mit Rundbögen wieder restauriert und dient heute kulturellen Zwecken. In der Saarburger Straße 13 steht die einstige Judenschule mit Rabbinerwohnhaus als dreigeschossiger Putzbau mit einem Ritualbad.

In der gleichen Straße mit der Hausnummer 33 ist einer der ältesten nach mehreren Ortsbränden erhaltenen Bauten zu sehen. Die ehemalige Bannmühle, die ab dem Jahr 1623 dort errichtet wurde. Das ehemalige Weingut konnte sich auch erhalten und hat 1.000 Jahre alte Wurzeln. Der heutige ummauerte Streckhof geht auf die Bautätigkeit des Trierer Domkapitels im Jahr 1722 zurück. Die katholische Pfarrkirche St. Sebastian ist ein Saalbau aus dem Jahr 1928.

Einen Höhepunkt erlebt der Wanderer, der sich auf den Wawerner Rundfelsen schwingt. Der Wawerner Rundfels erhebt sich gegenüber von Hamm, einem Stadtteil von Konz, und von oben hat man einen fantastischen Blick über die hübsche Hammer Saarschleife. Irsch, Ockfen, Wiltingen, Schoden und Kanzem erblickt man über die rechte Schulter schauend und links guckt man über Filzen, Könen, Igel und Konz bis nach Trier, bei guten Augen und klarer Sicht, und unter einem ist Hamm. Früher wartete dort der Fährmann auf den Ruf: holl iwwer.

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