Von Baden-Baden zum Merkurturm


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 32 Min.
Höhenmeter ca. ↑512m  ↓512m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Baden-Baden hat das Glück, durch die Weltkriege nicht so viele Schäden erlitten zu haben wie andere Städte. Man kann viele hübsche Baudenkmäler der Kurarchitektur aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert ansehen. Das Kurhaus mit Kasino beispielsweise ist ein Wahrzeichen, Theater, Festspielhaus und Stadtkirche sind weitere Sehenswürdigkeiten. Aus der Stadt heraus kann man den Merkur oder Großer Staufenberg (668,3m) bereits sehen und vom Merkur mit Turm hat man dann einen herrlichen Blick über Baden-Baden, durch das die Oos fließt. Zum Merkurturm zockelt die Merkurbergbahn, 1913 erbaut, wobei sie auf 1.200m beachtliche 54% Steigung überwindet.

Wir werden 500m Höhenunterschied überwinden, ganz ohne Seilbahnhilfe. Start ist an der Stiftskirche. Hier ist die Grablege der Markgrafen von Baden. Die romanische Basilika liegt am Florentiner Berg in der Altstadt. Ihren achteckigen Turm erhielt sie im 18. Jahrhundert.

Marktplatz, Steinstraße, Römerplatz sind die Straßen, die wir passieren, am Willy-Brand-Platz vorbei in die Seufzerallee. Wir gehen durch die Rotenbachtalstraße, durch die Bernhardstaffeln, durch einen Grünstreifen und in die Markgrafenstraße, in eine offene Landschaft mit Randbebauung. Richtungsgeber ist die Talstation der Merkurbergbahn. Wir sind nun von Wald umgeben und haben 2km Weg hinter uns sowie 120 Höhenmeter gewonnen. Nahebei ist auch ein Gleitschirmlandeplatz. Die zugehörigen Startplätze sind auf dem Merkur.

Auf den nächsten gut 3km verteilen sich über 350 Höhenmeter bis zur Merkurbergbahn-Bergstation. Durch den schattigen Wald war der Aufstieg nicht so schweißtreibend wie befürchtet. Oben angekommen belohnt ein feiner Blick über die Kurstadt Baden-Baden. Auf dem höchsten Punkt steht der Merkurturm aus Mauerwerk (1837). Später wurde ein Stahlbetonanbau drangegossen, der eine hohe Funkantenne obendrauf trägt und im Inneren per Aufzug Gäste auf die Aussichtsplattform auf 23m. Oberrheinebene, Vogesen, Odenwald, Battertfelsen, Badener Höhe nebst einigen Städten legen sich zu Füßen.

Wir drehen eine Runde über den Merkur, inkl. geologischem Lehrpfad, und packen unsere Vesper aus. Hier oben kommen übrigens auch die Premium-Wanderwege Gernsbacher Runde und Murgleiter vorbei. Wir gehen unsere Weg weiter über die Merkurstraße, kommen an der Lichtung mit der Binsenwasenhütte heraus, wo sich zahlreiche Wanderwege kreuzen. Weiter durch den Wald geht es recht locker talwärts und dann können wir es schon schnuppern: Wildschweine sind in der Nähe. Die sind im Wildgehege Baden-Baden daheim, mit anderen Genossen aus den Familien von Muffel-, Rot- und Damwild.

Durch die Müllenbildstraße überqueren wir das Eckbächel und durchwandern abwechslungsreiches Gelände. Es geht entlang dem Falkenbach in den Süden von Baden-Baden und über den Hugo-Heiler-Weg an der Kirche St. Josef vorbei. Einem Bau aus den Anfängen der 1960er Jahren, der ein bisschen an einen großen Filter erinnert – die Lichtwirkung entfaltet sich im Inneren.

Wir folgen weiter dem Falkenbach, der in die Oos mündet und durchschlendern die Lichtentaler Allee. Fluss und Parklandschaft schaffen „Kurgastfeeling“. Linkerhand reihen sich in Richtung unseres Startpunktes Museen aneinander. Über die Reinhard-Fieser-Brücke überqueren wir die Oos, kommen über den Leopolds- und den Jesuitenplatz zurück zur Stiftskirche und merken: Es gibt in Baden-Baden noch viel zu entdecken!

Bildnachweis von: Martin Dürrschnabel [GFDL], via Wikimedia Commons

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