Velmede

Nur einen Katzensprung ruhrabwärts von Bestwig liegt Velmede. Schon für das Jahr 1072 ist eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes bestätigt. Velmede liegt direkt im Tal der Ruhr, im Süden umstehen den Ort drei Berge im Halbrund: Halberg (476m), Klimberg (503m) und Ostenberg (562m). Auch wenn sich erste schriftliche Aufzeichnungen erst für das 11. Jahrhundert finden, so gilt doch als sicher, dass Velmede schon sehr viel früher besiedelt war. Um das Jahr 820 etwa wird die Existenz einer Urpfarrei angenommen.

St. Andreas war Schutzpatron dieser Urpfarrei, sein Symbol ist das Andreaskreuz. Die alte Verbindung zeigt sich bis heute im Wappen Bestwigs, das ein blaues Andreaskreuz auf silbernem Grund zeigt. Blau und Silber deuten darauf hin, dass Bestwig einst zur Grafschaft Arnsberg gehörte. Auch die heutige Pfarrkirche in Velmede hat den heiligen Andreas zum Schutzpatron. Der wuchtige Bau direkt im Ruhrtal dominiert mit seinem quadratischen Westturm das Ortsbild von Velmede.

Neben der Andreaskirche steht noch rund ein Dutzend weiterer Gebäude in Velmede unter Denkmalschutz, überwiegend alte Wohn- und Bauernhäuser. Sehenswert ist aber auch das alte Holzkreuz vom Anfang des 19. Jahrhunderts, das am Ortsausgang Richtung Halbeswig zu finden ist. Es ist geschmückt mit Symbolen der fünf Wunden Christi und wird dementsprechend Fünf-Wunden-Kreuz genannt.

Die Sehenswürdigkeit allerdings, für die Velmede weithin bekannt ist, ist die Veledahöhle in der Westflanke des Ostenbergs. Sie diente schon zu heidnischen Zeiten als Kultstätte, und es gilt als erwiesen, dass hier schon in frühgeschichtlicher Zeit Menschen siedelten. Damit gehört die Höhle zu den ältesten Bodendenkmälern des Sauerlands. Und seit 2015 ist sie auch für Besuchergruppen (nach Anmeldung) geöffnet. Die Haupthöhle ist ca. 80m lang und aufgeteilt in die obere und die untere Halle, beide etwa gleich groß mit einer Höhe von bis zu 12m und einer Breite von bis zu 10m. Daneben gibt es noch einen kleineren Seitengang. Neben Knochen von Ur, Hirsch, Wildschwein und Höhlenbär fand man bei Ausgrabungen in der Höhle auch die Überreste von mindestens 34 Menschen.

Die Veledahöhle steht unter Naturschutz, ebenso wie eine ganze Reihe weiterer Höhlen und Stollen im Gebiet von Bestwig. Zu ihnen gehört auch die Ostenberghöhle, die sich im gleichen Berg wie die Veledahöhle befindet und wie diese als Winterzuflucht für seltene Fledermausarten dient.