Halbeswig

Gasthof DiemeltalGasthof Diemeltal

Halbeswig ist ein winziger Ortsteil von Bestwig, der praktisch nur aus einem großen Bauernhof besteht. Er liegt in einem Talkessel südlich von Velmede ein wenig erhöht am Nordhang des Heimbergs (568m).

Die abgeschiedene Lage verrät nichts darüber, welche Bedeutung der Ort früher einmal hatte, lediglich der Name des Hofs lässt Rückschlüsse zu. Denn er wird im Volksmund unter anderem als Richterhof bezeichnet. Hier wurden im Mittelalter Femegerichte abgehalten. Die Hofanlage ist beeindruckend. Mehrstöckige Fachwerkbauten umstehen rechteckig einen großen Hof, der schon für sich alleine eine Sehenswürdigkeit ist, denn die Hofpflasterung stammt noch aus der Zeit der Femegerichte. Wie viele Verurteilte wohl im Laufe der Zeit über diese Steine gegangen sein mögen?

Ebenfalls bemerkenswert ist die Kapelle des Hofes. Die achteckige Katharinenkapelle entstand im Jahr 1866.

Im Bauernhofladen kann man sich schließlich mit Proviant für die Wanderung durch das Hochsauerländer Schluchtgebirge eindecken. Kaum zu übersehen ist bei einer solchen Wanderung der große Diabas-Steinbruch südöstlich von Halbeswig. Vor allem für den Straßenbau wird Diabas heute verwendet, er ist aufgrund seiner Eigenschaften aber auch ein beliebtes Material für Grabsteine und Steinbildhauerei. Wegen seiner leicht grünlichen Farbe nennt man ihn auch Grünstein.

Folgt man von Halbeswig aus dem Tal an der Ostflanke des Heimbergs nach Süden, vorbei am Steinbruch, dann erreicht man Berlar als nächste Siedlung. Neben der schönen Lage in einem offenen Talkessel zwischen Heimberg und Bastenberg (745m) gibt es hier die Kapelle St. Peter und Paul zu sehen. 1882 entstand sie als Ersatz für die baufällig gewordene alte Dorfkapelle. Der königliche Regierungsbaumeister Josef Kathol steuerte dazu die Pläne bei. Er wirkte unter anderem in Dortmund und Metz, stammte aber ursprünglich in der Tat aus Berlar.

Für Pferdefreunde gibt es abschließend noch eine weitere Attraktion in Berlar: eine Islandpferde-Reitschule mit über hundert Pferden. Damit leben in Berlar fast so viele Pferde wie Menschen. Das Pferdesportzentrum in Berlar hat internationale Bedeutung, bietet die verschiedensten Kurse und Lehrgänge an und ist auch in der Zucht der temperamentvollen Islandpferde aktiv.