Über den Rachel - ganz oben im Nationalpark Bayerischer Wald


Erstellt von: Rudi - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 21 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 20 Min.
Höhenmeter ca. ↑747m  ↓747m
Empfohlene Wandertouren im Nationalpark Bayerischer Wald

Ein herrlichen Gipfelgenuss bietet die ausgedehnte Wanderung auf den höchsten Berg im Nationalpark Bayerischer Wald. Der Große Rachel misst stattliche 1.453m, sein Partner, der Kleine Rachel nordwestlich davon, 1.399m. Aufichtenwald, Bergmischwald, muntere Bachläufe, Aussichtsreiche Höhen, der Rachelsee, das interessante Moor Föhraufilz versprechen viel Abwechslung. Proviant ist genügend eingepackt.

Bei der Naturkneippanlage beim Kurpark Spiegelau und am Schwarzbach geht’s auf rund 733m los. Die kommenden ca. 9,2km bringen uns zum Gipfel. Zunächst ist der Schwarzbach unser Begleiter, den wir auf einem Holzsteg queren und etwas über den Aufichtenwaldsteg erfahren. Der Wanderweg folgt der Markierung „Baumgruppe“.

Nächste informative Unterhaltung bringt uns auf dem Weg nach Klingenbrunn, der Waldhüttenbach nebst dem Moorwaldsteg, der auch mit Life+Steg beschrieben ist. Man erfährt etwas über die Renaturierung des Bachs sowie die Gewinne der Aktion für Flora und Fauna. Abschnittweise wandern wir entlang des Waldbahn-Gleises, streifen Klingenbrunn Bahnhof und kommen auf den Parkplatz Flanitzebene.

Der nächste Weg heißt „Bärlapp“. Ein Stück führt er parallel zu einem Forstweg, dann links halten und an der Flanitz rechts, dem Weg Klingenbrunner Rachelsteig folgend. Das Wörtchen „Steig“ sagt es schon. Zunächst ist der Anstieg gemäßigt und wir genießen den Bergmischwald. Nach etwa 5,4km wird es spürbarer steigend, der Abstand zur Flanitz größer.

Wir sehen einen Unterstand und wandern weiter aufwärts mit Aussichten. Wer aufmerksam ist, merkt an der sich verändernden Vegetation, von Bergmisch- zu Bergfichtenwald, dass man die ca. 1.200 Höhenmetermarke übersteigt. Wer hungrig ist, merkt das spätestens beim 1.360m hoch befindlichen Waldschmidthaus, das zur Sommerzeit bewirtet ist. 1912 wurde das Haus erbaut und nach Maximilien Schmidt benannt. Das Augenmerk des Schriftstellers galt dem Nachbarschaftsverhältnis der Bayern und Böhmen.

Über Felsen und mit Aussicht vom Seeblick lässt sich anschließend der Rachel erobern. Ein Gipfelkreuz fehlt auch nicht. Beinahe alpin geht’s runter (Markierung „Auerhahn“). Am Kapellensteig ist die Rachelkapelle auf einem Felsvorsprung mit erhabener Aussicht auf den Rachelsee. Der Bau aus dem Jahr 2000 folgt dem Original von 1885. Der Rachelsee ist von hier aus gut 140m tiefer.

Zum Rachelsee wandern wir jetzt hin und verweilen an der Südspitze bei der Schutzhütte des natürlichen Karsees. Ein interessanter Ort – irgendwie aus der Welt, besonders, wenn es dunstig ist. Der Auerhahn-Markierung folgend gelangen wir auf einen Waldpfad, kommen mit Baumbegleitung am Schmutzer-Marterl vorbei.

Der Weg Feistenberg bringt uns mit der Markierung „Ahornblatt“ zum Moor Föhraufilz, wo ein Aussichtsturm sehr schöne Einblicke in die Moorlandschaft offeriert. Schließlich kommen wir an der kleinen Ansiedlung Jägerfleck vorüber und zu einem Waldspielgelände. Gut zwanzig Strecke waren es bis hierher, der letzte, runde Kilometer bis nach Spiegelau ist dann ein Klacks.

Bildnachweis: Von Armin S Kowalski [CC BY-SA 2.0] via Wikimedia Commons

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