Stadtkyll

Stadtkyll, der Luftkurort an der Oberen Kyll, liegt im Nordwesten der Vulkaneifel an der Einmündung der Wirft in die Kyll. Die Wirft ist ein 11km langer Zufluss, der im Stadtkyller Ortsteil Schönfeld entspringt und ein zu großen Teilen als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Tal ausbildet. Der Luftkurort Stadtkyll lebt zu großen Teilen vom Tourismus. Auf knapp 1.500 Einwohner kommen jährlich rund 65.000 Urlaubsgäste.

Folgt man von Stadtkyll aus dem Wirfttal, findet man einen der Gründe für die zahlreichen Übernachtungsgäste: den großen Landal-Ferienpark Wirfttal mit 210 Ferienhäusern, die sich auf 15ha verteilen. Zwischen dem Ferienpark und dem Ortskern von Stadtkyll liegt der 2ha große Wirftstausee, der vor allem von Anglern gern angesteuert wird. Ebenfalls im Wirfttal finden sich Haus Wirfttal, das von der örtlichen Tourist-Information für Veranstaltungen genutzt wird, und das Waldjugendcamp mit 16 Waldhütten, die von Jugendgruppen und Familien angebucht werden.

Sehr sehenswert in Stadtkyll ist die katholische Pfarrkirche St. Joseph, deren heutiges Erscheinungsbild überwiegend aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Der schlichte spätgotische Saalbau beherbergt einen Altar aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts und sechs sehr stimmungsvolle Gemälden aus der Hand des kurfürstlich-trierischen Hofmalers Heinrich Foelix (1732-1803).

In der Eifel begegnet man öfters der Bezeichnung Eifelblicke. Das sind geschaffene Aussichtspunkte, die einen weiten Blick in die Landschaft zulassen. Südwestlich am Rand von Stadtkyll wurde der Eifelblick Hasenberg eingerichtet. Man erkennt ihn auch am aufragenden Kriegerdenkmal, welches der Toten des Ersten Weltkrieges gewidmet ist. Der Torbau mit den drei Kreuzen drauf entstand 1934. Vom Hasenberg (540m) aus blickt man über die Ortschaften der Region, von Baasem bis ins Wirfttal.

Folgt man von Stadtkyll aus der Kyll flussabwärts, kommt man zum Weiler Niederkyll mit der katholischen Kapelle St. Hubertus aus der Zeit 1600. Aufgrund des benachbarten Friedhofs wird vermutet, dass die Kapelle einst Pfarrkirche gewesen ist, denn seinerzeit durfte nur nahe von Pfarrkirchen begraben werden. Um die Kapelle in Niederkyll ranken sich Geschichten. Ihre Grundmauern seien römisch und hier sei eine Opferstätte für den Kriegsgott Mars gewesen. Begründet wird die Vermutung durch Münzfunde aus der Römerzeit und den im Ostteil der Kapelle eingemauerten steinernen Kopf, von dem keiner weiß, wo er her kommt und wessen Konterfei er zeigt. Vielleicht war er ein Teil eines Grabmales.

Westlich von Stadtkyll liegt das Feriendorf im Killerberg auf dem Weg nach Kerschenbach mit der katholischen Filialkirche Lucia aus dem 17. Jahrhundert.