Spay

Am nördlichen Ende des Bopparder Hamms, der größten Schleife, die der Rhein auf seinem Weg zur Nordsee schlägt, liegt Spay, das sich rühmen darf, wohl eine der schönsten Fachwerkkulissen am Rhein zu bieten. Viele schöne Fachwerkhäuser stehen entlang des Ufers, so dass hier sogar schon Hollywood zum Filmen vorbei kam.

Der Ortskern von Oberspay, das sich mitten in den Rheinbogen schmiegt, zwischen Dorfstraße, Rheinufer und Zur Bleiche mit Fachwerkhäusern vom 16. bis 18. Jahrhundert ist als Denkmalzone sehenswert. Niederspay liegt stromabwärts und dort sind beispielsweise in der Zehnthofstraße und Salmgasse gepflegte Fachwerkhäuser zu sehen.

Die katholische Pfarrkirche St. Lambertus in Niederspay wurde 1900 fertiggestellt und gilt als eine der interessantesten Bauten dieser Zeit. Sie wurde im neoromanischen Stil errichtet, ist aus Ziegelbacksteinen und fällt durch den 40m hohen Turm ins Auge, ebenso wie durch die Gesamtanlage mit dem sechseckigen Zentralbau, dessen Altarraum, mit einem sechseckigen Volksaltar auf einer hexagonalen Altarinsel, der Gestaltung angepasst wurde.

Ein weiterer Sakralbau in Spay ist die Alte Kirche aus dem Jahr 1670. Sie hat ein auffälliges Turmobergeschoss, das verschiefert ist. Bis zum Bau der Kirche St. Lambertus diente diese Kirche den gläubigen Katholiken als Gottesdienstort. Nachdem die Kirche niemand mehr dafür zu nutzen gedachte, wurde sie offen gelassen und verfiel. Dem Direktor der Schottel-Werft in Spay gefiel das gar nicht und Franz Krautkremer kaufte die Kirche. Für die Alte Kirche wurde 2005 die nach dem Direktor benannte Stiftung gegründet und die Alte Kirche erlebte als Spielort für Konzerte ihr Comeback.

In der Mainzer Straße in Oberspay steht die katholische St. Peter und Paul Kapelle, die für ihre Fresken bekannt ist. Im Ursprung hat die Kapelle, ein Saalbau mit Dachreiter, romanische Züge, die im weiteren Bauverlauf gotisch umgestaltet wurden. Man geht von Wurzeln im 13. Jahrhundert aus. Die Wandmalereien, mit beispielsweise einer Szene des Jüngsten Gerichts oder die Darstellung der Apostel, stammen aus dem 14. Jahrhundert. Man beachte auch die Tonfliesen aus dem 13. Jahrhundert im Chor. Sie stammen wahrscheinlich aus dem Langhaus und wurden zum Teil für den Chorfußboden wiederverwendet.

Von Spay aus kann man einen 200 Jahre alten Pilgerweg zur Siebenborner Flur wandern, etwa 500m mit Bewältigung von 120m Höhenunterschied. Der Pilgerpfad führt entlang an sieben Stationen, die die sieben Schmerzen Mariens im Relief zeigen. Der Pilgerweg führt zur Muttergotteskapelle, die 1940 entstand, anstelle eines Bildstocks. Unterwegs lassen sich auf Ruhebänken etliche schöne Aussichten ins Rheintal genießen.

Der Traumpfad Rheingoldbogen kommt auch an der Muttergotteskapelle vorbei. Startpunkt ist im stromabwärtsliegenden Brey mit der katholischen Kapelle St. Margaretha mit Wurzeln im 14. Jahrhundert. Römer und Weinbau sind die Themen dieses Traumpfades, denn bei Brey wurde ein Aquädukttunnel der römischen Wasserleitung entdeckt.

Vom Jakobsberg im Bopparder Stadtwald aus verläuft der Kulturweg Brey-Spay-Jakobsberg nach Spay. Der mit dem Logo des römischen Kaiserportraits Septimius Severus gekennzeichnete Weg misst 16km und ist ein Rundweg, der die Hügelgräber, die römische Wasserleitung und die Orte Brey und Spay miteinander verbindet.