Siegen-Geisweid

Seine Ursprünge hat der heutige Siegener Stadtteil Geisweid unter anderem in dem Dörfchen Klafeld. Klafeld ist eine der ältesten schriftlich erwähnten Ortschaften des Siegerlandes und wird bereits 1079 genannt. Mit der Hüttensiedlung Geisweid wuchs Klafeld im 17. Jahrhundert zusammen. Seit jeher ist diese Gegend industriell geprägt. Alte Aufnahmen um 1900 zeigen einen regelrechten Wald aus Fabrikschornsteinen.

Da ist es ganz folgerichtig, dass ein - eher inoffizielles - Wahrzeichen der Stadt eine kegelförmige Schlackehalde ist, die markant das Siegtal überschaut. Der künstliche Hügel wird auch liebevoll Monte Schlacko (374m) genannt und gern als Aussichtsplatz genutzt. Auch der Klafelder Rundwanderweg führt hier vorbei.

Ein Stück Industriegeschichte kann man im heutigen Technologiepark besichtigen: das mächtige Schwungrad einer Blockwalze. Als 1990 eine Walzstraße der Krupp-Stahl AG stillgelegt wurde, kehrte dieses Schwungrad zurück ins Siegerland, wo es ursprünglich hergestellt worden war. 55t schwer und mit einem Durchmesser von 8m bietet es einen beeindruckenden Anblick.

Bereits Ende der 1980er Jahre stillgelegt wurde ein Dampfhammer, der heute vor dem Heimathaus Klafeld-Geisweid steht. Das technische Baudenkmal ist über hundert Jahre alt, eine Schautafel informiert über die historische Entwicklung Geisweids zum bedeutenden Industriestandort. Auch das Heimathaus ist einen Besuch wert. Untergebracht in einem schön restaurierten Fachwerkhaus zeigt es Exponate aus den verschiedenen Lebensbereichen der Menschen in Geisweid. Wechselnde Ausstellungen verschiedener Künstler sorgen für Abwechslung im Ausstellungsprogramm.

Das Zentrum der Kirchengemeinde Klafeld, die 1898 entstand, bildet heute die Talkirche. Schon kurz nach der Entstehung des Kirchenkreises beschloss man, eine neue Kirche zu bauen. Das Geld war knapp, doch die Spendenbereitschaft der Gemeindemitglieder enorm. Von 1904-06 dauerte der Bau der Talkirche nach den Plänen des Architekten Gustav Mucke aus Hagen. Ursprünglich besaß die Kirche eines der schönsten Geläute des Siegerlands, doch schon nach 10 Jahren wurden sie eingeschmolzen: der Erste Weltkrieg forderte seinen Tribut.

Wer sich für Regionalgeschichte interessiert, dem sei auch die Heimatstube Buchen-Sohlbach empfohlen. Das Dörfchen Sohlbach liegt nur wenige Minuten von Geisweid entfernt in einem Seitental. In der ehemaligen Kapelle sind Gegenstände aus der Landwirtschaft, der Haubergswirtschaft und zur Dorfgeschichte ausgestellt.

Zum guten Schluss soll auch ein ganz besonderes Museum nicht unerwähnt bleiben, das seinen Sitz in Geisweid hat: das kleinste Beatles-Museum der Welt. Über 17.000 Tonträger, Autogramme der weltbekannten Musiker, die verschiedensten Andenken und Filmplakate sind auf nicht einmal 30qm Fläche versammelt. Für alle Fans der Pilzköpfe ist ein Besuch der privat betriebenen Sammlung ein echtes Muss.

In Geisweid findet von März bis November regelmäßig am ersten Samstag des Monats ein großer Flohmarkt statt, der zu den größten im südwestfälischen Raum gehört. Standort dieser seit 1970 durchgeführten Veranstaltung ist die ansonsten als Parkplatz genutzte Fläche unter der Hüttentalstraße.

Regionaler Bezug:

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