Schevenhütte (Stolberg)

Nordwestlich der Wehebachtalsperre und am Rande des Hürtgenwalds liegt Schevenhütte, das aufgrund seiner hübschen Landschaft auch gerne Stolbergs Garmisch-Partenkirchen genannt wird. Schevenhütte ist seit 1972 der östlichste Ortsteil von Stolberg.

Wie der Name schon nahelegt, liegt die wirtschaftliche ursprüngliche Entstehungskraft von Schevenhütte in der Verhüttung. Hütte wird hier übrigens kurz und knackig Höt genannt. 1525 wird die Schevenhütte erstmalig urkundlich erwähnt. In dem Schreiben wird ein Wehrmeister aufgefordert den Reitmeister beim Geschützkugelgießen zu unterstützen, durch beispielsweise die Bereitstellung von Holzkohle. „Reitmeister“ und „bereitstellen“ stehen in Zusammenhang, denn der Reitmeister war kein kühner Ritter, sondern einer, der dabei mitwirkte, Erz aufzubereiten und Eisenware „zuzubereiten“.

Und schon sind wir in der Ortsgeschichte verstrickt, der man bei einem Rundgang nachgehen kann. Die neugotische dreischiffige Pfarrkirche St. Josef wurde 1889 aus Schevenhüttener Tonschiefer errichtet und aus dem Vorgängerbau stammt die Orgel aus dem Jahr 1853. In Schevenhütte kann man noch einige der älteren Häuser aus dem örtlichen Schiefer ansehen. Schevenhütte ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Der Wehebacher Hof beispielsweise ist ein Hotelbetrieb und aus einem Mühlenteich entstand ein kleiner Kahnweiher. Weiter geht der Spaziergang dann vorbei am Joaswerk und zur Wehebachtalsperre. Begibt man sich in nördliche Richtung, wehebachabwärts, gelangt man an einer einstigen Bleimühle und dem Forsthaus Wenau sowie mit einem Abstecher dem Haus Wehetal vorbei, und zur Krichelsmühle.

Die Wasserkraft des Wehebachs wurde wohl bereits im 16. Jahrhundert genutzt, um Hammermühlen zu betreiben. Messing- und Kupferplatinen wurden an den Mühlen des Wehebachs zu Geschirr gekloppt. Inschriftlich wurde die Krichelsmühle, heute ein Senioren- und Pflegeheim, 1784 erweitert. Sie war auch Marmorschleiferei und Tuchwalkerei sowie Knopffabrik und Ausflugslokal. Multifunktional, so ein Mühlenbetrieb. Die Mühle gehörte bis 1802 zum Kloster Wenau.

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