Kloster Wenau

Malerisch im bewaldeten Tal des Wehebachs liegt das ehemalige Kloster Wenau, das 1122 gegründet wurde. Männer und Frauen lebten nach den Regeln des Norbert von Xanten und bildeten eine Praemonstratenser-Gemeinschaft. Jenen gehörte auch die nahe gelegene Laufenburg. Ein Schmuckstück ist das Kloster Wenau nicht zuletzt durch die ebenfalls im 12. Jahrhundert erbaute St. Katharina Kirche. Dem Kloster gegenüber steht die St. Rochus Kapelle.

1340 zog es die Mönche ins Kloster Schwarzenbroich, das südöstlich im Hürtgenwald lag. Jetzt war das Kloster Wenau ein Damenstift und man lebte christlich und mit sozialer Nächstenliebe in Frieden. Damit war dann erstmal Schluss, als die Truppen Kaiser Karls V. das Kloster 1542 im Dritten Geldrischen Erbfolgekrieg plünderten. 1561 störte ein verheerender Brand die Idylle am Wehebach. In der Nachfolgezeit kam es zu Einquartierungen und weiteren Plünderungszügen, die wesentlich daran beteiligt waren, das Kloster in den Ruin zu treiben.

Etliche Gebäude wurden zerstört und die Kirche erhielt erst im 15./16. Jahrhundert ihren neuen kreuzrippengewölbten Chor. 1792 kamen die Franzosen in die Eifel und lösten 1802 das Kloster Wenau auf. Man gab den zehn Nonnen und fünf Laienschwestern zehn Tage Zeit, ihren Wirkungsort zu verlassen. Die Wirtschaftsgebäude wurden verkauft und die Klosterkirche wird zur Pfarrkirche St. Katharina mit den Orten Heistern und Hamich.

Die St. Katharina Kirche zeigt sich mit Strebepfeilern gegliedert. Die hohen Staffelgiebel gehören zum Pfarrhaus und gemeinsam mit dem Wirtschaftshof aus dem 17./18. Jahrhundert, der schönen Tordurchfahrt und dem wundervollen Klostergarten, ist Kloster Wenau heute immer noch ein malerisch idyllischer Ort. Eine geführte Besichtigung der St. Katharina Kirche sei angeraten, denn man erfährt auch die spannenden Hintergründe sowie einiges über die Baugeschichte.

Die Klosterkirche hatte eine Nonnenempore, diese stammt noch aus der romanischen Errichtungszeit. Als dreischiffige Basilika wurde die Kirche im 15. Jahrhundert gebaut, wobei Turm und Chor neu entstanden sind. Unter der Empore fand man einen gotischen Freskenzyklus aus dem 13. Jahrhundert. In sieben Bildern ist die Passion Christi dargestellt.

Der Chor besitzt eine sehenswerte spätgotische Rankenausmalung. Sehr schön ist auch die Emporenbrüstung der Orgel mit feiner Ornamentik. Aus den Plänen des Barockbaumeisters Johann Joseph Couven stammen neben der Emporenbrüstung (1740) auch das Orgelgehäuse (1746), der Hochaltar-Tabernakelaufsatz und die Kanzel (1766). Ein weiterer Kirchenschatz ist die Kopfreliquie des heiligen Pankratius.

Eine Seltenheit im Rheinland ist die große Kreuzigungsgruppe im Triumphbogen. Die Figuren der trauernden Maria und des Johannes um den Gekreuzigten entstanden um 1250. Dem aufmerksamen Besucher werden die zahlreichen alten Grabplatten nicht entgehen, die an den Pfeilern angebracht wurden. Benachbart ist eine Gruft mit weiteren Grabsteinplatten. Bei einer Führung kommt man auch unter den Dachstuhl und sieht Kritzeleien im Gestein. Die Wappen und Werkzeugzeichnungen sind wahrscheinlich von Handwerkern aus dem 16. Jahrhundert, die hier vielleicht geübt haben oder sich die Zeit vertrieben.

Vgwort