Heistern (Langerwehe)

Östlich des Wehebachtals liegt der 1.000 Einwohner zählende Ort Heistern und man darf sich nicht in der örtlichen Kneipe wundern, wenn dort schottische Musik erschallt oder ein Mann mit Röckchen durch die Gassen geht. Heistern ist eine kleine Dudelsackspieler-Hochburg. Eine Burg hat es da auch, die Burg Holzheim, aber die liegt außerhalb und ist eine Reiterei-Hochburg.

Die Burg Holzheim oder das Gut Holzheim, ist eine Niederungsburg westlich des Ortskerns. Burg Holzheim liegt zwischen Heistern und Eschweiler-Nothberg mit dem Bovenberger Wald. Die Burg aus dem Jahre 1333 im Hoheitsbezirk des Herzogtums Jülich zeigt sich heute noch recht herrschaftlich. Das Herrenhaus stammt aus der Zeit zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert und erhielt Umbauten im ausgehenden 19. Jahrhundert. Auffallend sind die angebrachten gestreiften Schlagläden.

Einst war die Burg von Wassergräben geschützt und zweitteilig. Das Herrenhaus aus Bruchsteinen und Backsteinen hat eine barocke Fensterteilung und Blausteingewände. Man betritt es über eine doppelläufige Freitreppe. Zu sehen sind auch noch Zwingermauern mit Türmen und eine Vorburg mit Ecktürmen und Tortum und der rundbogigen Durchfahrt. Als die Gegend preußisch wurde, kam die Burg nebst Ländereien per Verkauf in Privatbesitz. Heute floriert hier ein Reiterhof mit Pensionspferden und Reitbetrieb.

Ein anderes Gebäude aus der Vergangenheit ist das Wenauer Höfchen, das im Keilstein des Tores die Zahl 1743 aufweist. Es sind ältere Baureste vorhanden. Das Wenauer Höfchen war der ehemalige Zehnthof des Kosters Wenau. Die vierflügelige Hofanlage hat noch eine originale Umfassungsmauer. Aus dem Jahr 1657 stammt die Norbertuskapelle.