Scheiderhöhe (Lohmar)

Der Wanderer bei Scheiderhöhe, einem kleinen Ortsteil von Lohmar, wird sich in erster Linie für Burg Sülz interessieren. Aber Scheiderhöhe hat noch mehr Sehenswürdigkeiten zu bieten, wie den denkmalgeschützten Brückerhof, eine markante Fachwerk-Hofanlage in der Schiffartherstraße. Das Hauptgebäude gilt als größtes Fachwerkhaus im Stadtgebiet von Lohmar. Der Brückerhof liegt südlich von Wahlscheid in der Aggeraue und soll bereits um 1200 als Besitz des Klosters Heisterbach existiert haben. Seine erste offizielle Erwähnung hatte das Hofgut 1577 in einer Urkunde des Abtes von Siegburg. Die heutigen Gebäude mit ihren besonderen Giebeln entstanden um das Jahr 1800.

Die katholische Kirche Kreuzerhöhung steht in der Scheiderhöher Straße und ist ebenfalls denkmalgeschützt. 1911 legte man den Grundstein für den Kirchbau im neoromanischen Stil. Das einschiffige Langhaus hat ein einfaches Pyramidendach und einen dreigeschossigen Turm.

Direkt neben der katholischen Kirche Kreuzerhöhung stand die alte Heilig Kreuz-Kapelle von 1803, die vorher als Pfarrkirche diente und 1926 bis auf den Chor und Teile der Sakristei abgerissen werden musste. Die Überreste der Kapelle wurden zu einem Kriegerdenkmal umgebaut.

Die denkmalgeschützte Gammersbacher Mühle liegt im idyllischen Gammersbacher Tal, zwischen Muchensiefen und Oberschönrath, etwa 3km von Scheiderhöhe entfernt. Die Gammersbacher Mühle ist eine der wenigen noch intakten Wasserkornmühlen der Region, angetrieben vom 5km langen Gammersbach, einem Zufluss der Sülz. Das Fachwerkgebäude, das in seiner heutigen Form um 1812 entstand, setzt sich zusammen aus einem Wohnhaus und dem Mühlentrakt mit Mahlwerk. Auch der alte Steinbackofen ist noch in Betrieb – und wer samstags im Gammersbacher Tal wandert, kann im Hofverkauf frisch gebackenes Steinofenbrot erwerben.

Geht man noch weiter nördlich, kommt man zur Burg Schönrath. Burg Schönrath wurde als Niederungsburg in einer Quellmulde errichtet, deren Bachlauf in den Gammersbach mündet. Burg Schönrath wurde als Winkelburg aus Bruchstein und Fachwerk angelegt und war von einem Wassergraben umgeben. Über die Jahrhunderte verfiel das Burghaus allmählich. Die Vorburg dagegen wurde kontinuierlich als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt und ist bis heute bewohnt, eine Besichtigung ist daher nur von außen möglich.

Nördlich von Burg Schönrath liegt der Georgshof, eine ursprünglich vierflügelige Hofanlage mit Herrenhaus, das allerdings 1979 abgerissen wurde. Von der dennoch sehenswerten Hofanlage sind das alte zweigeschossige Fachwerk-Wohnhaus mit Krüppelwalmdach und einige Wirtschaftsgebäude erhalten.