Rundwanderung von Wachendorf zur Bruder-Klaus-Feldkapelle (Mechernich)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 37 Min.
Höhenmeter ca. ↑253m  ↓253m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Wachendorf ist ein Stadtteil von Mechernich im Eifelvorland und bekannt als Standort des Schlosses Wachendorf und einer Feldkapelle. Einer Feldkapelle? Ja, einer Feldkapelle, und was für einer!

Architekt der Bruder-Klaus-Feldkapelle bei Wachendorf ist Peter Zumthor, einer der renommiertesten Architekten der Gegenwart, 2009 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet, dem Oscar der Architekten. Und so einer kommt in die Eifel und baut eine Feldkapelle?

Bauherren sind Herr und Frau Scheidtweiler, normale, bodenständige Menschen, wie es in der Eifel einige gibt. Aus Dank für ein langes Leben, wollten sie eine Feldkapelle spenden. Und als dieser Gedanke kam, lasen sie zufällig in der Zeitung, dass Peter Zumthor das Kunstmuseum Kolumba in Köln neu bauen sollte. Das war 1998. Die Scheidtweilers schrieben einen Brief, Peter Zumthor war sichtlich überrascht und dachte sich dann: „Na, das machen wir mal schnell zwischendurch.“

Aber Pustekuchen: es dauerte bis 2007, ehe die Feldkapelle fertig wurde. Geweiht ist sie dem Schweizer Friedensheiligen Nikolaus von Flüe, den man landläufig auch einfach Bruder Klaus nennt. Bruder Klaus ist Schutzpatron der Katholischen Landvolkbewegung und der Katholischen Landjugendbewegung, beides Organisationen, in denen Scheidtweiler lange Jahre ehrenamtlich tätig war.

Entstanden ist ein wohl einzigartiges Bauwerk. Die Bruder-Klaus-Feldkapelle ist fünfeckig, fensterlos und zwölf Meter hoch. Es wurden 112 Fichtenstämme zu einer Art Indianerzelt zusammengestellt und dann von außen mit Stampfbeton überzogen. Anschließend wurden die Stämme über drei Wochen mit einem Feuer getrocknet und wieder ausgebaut. Der Raum ist nach oben offen, er lässt in den Himmel blicken, aber auch Licht und Regen in den ansonsten dunklen Raum fallen.

Aber was sollen die vielen Worte: Beschreiben kann man die Bruder-Klaus-Feldkapelle eh nicht angemessen. Also setzt man sich am besten ins Auto und fährt nach Wachendorf. Vom Parkplatz an der Iversheimer Straße ist es kein halber Kilometer, bis man da ist. Die Kapelle ist tagsüber geöffnet, nur Montags bleiben die Türen zu.

Und damit sich die Anfahrt gleich doppelt lohnt, wandern wir noch ein Stückchen weiter. Es geht auf dem Rißdorfer Weg zum Röttgerhof und weiter zum Herkelstein (435m), dem höchsten Punkt des Eschweiler Höhenzugs. Vom Herkelstein hat man einen schönen Blick weit hinein in die Zülpicher Börde und zur Kölner Bucht.

Am Waldrand entlang wandern wir weiter und sehen die große Antenne des Astropeilers auf dem Stockert. Durch offene Feldfluren und kleine Waldgebiete kommen wir wieder zurück nach Wachendorf und genießen den schönen Blick auf Schloss Wachendorf, bevor man wieder zurück am Parkplatz ist.

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Bruder-Klaus-Feldkapelle Röttgerhof Herkelstein
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