Ruckersfeld

Während das Ferndorftal sich hauptsächlich durch Industrieanlagen auszeichnet, haben die kleineren Seitentäler oft reizvolle Natur- und Kulturlandschaften zu bieten. So auch das Dreisbachtal ganz im Süden des Hilchenbacher Winkels. Genau genommen fließt die Dreisbach zwar nicht der Ferndorf zu, sondern biegt vorher nach Süden zur Sieg hin ab. Aber vielleicht liegt es ja gerade an diesem Umstand, dass das obere Dreisbachtal heute noch fast genauso aussieht wie vor hundert Jahren.

Ruckersfeld ist nicht nur einer der kleinsten Ortsteile Hilchenbachs, sondern auch einer der ältesten. Auf das Jahr 1079 datiert eine erste urkundliche Erwähnung des typischen Siegerländer Haufendorfs. Sehenswert sind die Kapellenschule, die heute als Dorfgemeinschaftshaus dient und der Backes, das alte Backhaus. Die alten Fachwerkhäuser und die ursprünglichen Gehöfte machen aus dem kleinen Örtchen ein Kleinod, das einen Besuch lohnt.

Interessant ist der kulturhistorische Wanderweg, der von Ruckersfeld nach Oechelhausen führt. Auf dem Rücken des Elme (461m), der Erhebung zwischen Dreisbach- und Insbachtal, kann man hier die typische Kulturlandschaft kennenlernen. 26 Schautafeln entlang des knapp sieben Kilometer langen Weges erklären Arbeit und Leben der Menschen in der Region. Start ist am Wanderparkplatz Oberberg, am Taleingang an der Landstraße von Allenbach nach Dreis-Tiefenbach (L728). Der Weg führt relativ eben und damit wenig anstrengend durch Felder und Wiesen und die bis heute zur Brennholzgewinnung genutzten Hauberge.

Auch beim Essen wird die Tradition hochgehalten. Im alten Backes von Ruckersfeld veranstaltet der Heimatverein regelmäßig Backtage, an denen das leckere Schanzenbrot im traditionellen Holzofen gebacken wird. Der Begriff Schanze geht übrigens auf die Haubergswirtschaft zurück: Schanzen nennt man die Reisigbündel, die bei der Waldarbeit anfallen, und mit denen der Backes angeheizt wird.