Ründeroth

Während die beiden größten Sehenswürdigkeiten von Ründeroth – die Aggertalhöhle und der Haldyturm – rechts der Agger liegen, formiert sich der zu Engelskirchen gehörende Ort selbst links der Agger. Seit alters her ist Ründeroth das Schicksal eines Grenzorts beschieden. Hier stießen die Grafschaft Gimborn, das Herzogtum Berg und die Reichsherrschaft Homburg aneinander.

Bekannt ist Ründeroth als Ort aber vor allem wegen der Ründerother Maikirmes, eines der ältesten Volksfeste im Bergischen Land. Das erste Mal stieg die Kirmes 1589. Am ersten Maiwochenende lassen es die Ründerother rund um die evangelische Kirche am alten Markt richtig krachen – das ist wortwörtlich zu verstehen, spätestens wenn am Montagabend das große Höhenfeuerwerk zum krönenden Abschluss abgefeuert wird.

Die evangelische Kirche ist das dominante Gebäude am alten Markt und stand früher frei in den Aggerauen. 1160-74 wurde die erste romanische Kirche erbaut, im 15. Jahrhundert folgte ein spätgotischer Umbau und 1775 die Wandlung zur Saalkirche. Erst 1904-05 besann man sich wieder an die alte Form und baute einen Chorraum.

Auf dem Weg von Ründeroth nach Engelskirchen liegt direkt am Südufer der Agger eine schöne Villa, das Haus Ley. Hier wohnte der durch den Haldyturm geehrte Landrat Richard Haldy. Das prachtvolle Wohnhaus erhielt Haldy 1886 als Hochzeitsgabe vom Brautvater, dem preußischen Eisenbahnminister von Thielen. Die schmuckvolle Architektur der Fachwerk-Villa - gerne auch als Dornröschenschloss bezeichnet - stellt für den oberbergischen Raum eine Rarität dar. Landrat Haldy legte Wert darauf, dass sein Anwesen von der nahen Eisenbahnlinie aus bestaunt werden konnte. Nur so ist zu erklären, daß zwei schmückende Balkone und ein verzierendes Türmchen ausgerechnet an der kühlen Nordseite angebracht wurden.