Pommern (Mosel)

Dieses Pommern an der Mosel hat rein gar nichts mit der Region im Norden Deutschlands und Polens zu tun. Selbst die Namensherkunft ist unterschiedlich. Als Pomaria = der Früchtegarten, haben die Römer an der Mosel Pommerns Grundstock zu einem der älteren Winzerorte gelegt. Wohingegen das Pommern im Norden slawischer Herkunft ist (po more) und mit Land am Meer übersetzt wird.

Das Mosel-Pommern gehört zur Verbandsgemeinde Treis-Karden und liegt in der Schiefereifel, also links der Mosel. Pommern hat rund 440 Einwohner, die es sich in dem hübschen Städtchen mit Ersterwähnung 936 gemütlich gemacht haben. Saisonal bedingt steigt die Einwohnerzahl beträchtlich, wenn der Campingplatz an der Moselsonnenseite ausgebucht ist.

Besiedelt war Pommern schon sehr viel früher, wie unter anderem Münzfunde aus der Zeit der Kelten belegen. In die Geschichte eintauchen, kann man auf dem Martberg (273m). Mit dem Tafelberg und dem gallo-römischen Umgangstempel in unmittelbarer Umgebung hat Pommern eine sehenswerte Anlage. Der Archäologiepark Martberg ist einen Ausflug wert!

Pommern zieht sich lang, zwischen Weinlagen und Fluss. Inmitten des historischen Ortes bildet der Turm der katholischen Pfarrkirche St. Stephan einen Orientierungspunkt bei einem Rundgang. Der wehrhafte Turm stammt aus der Zeit der Frühgotik aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Teile des Turms werden gar auf das 13. Jahrhundert datiert. Der barocke Saal ist aus dem Jahr 1785.

Gleich nebenan befindet sich in der Zehnthofstraße das Pfarrhaus, das im Kern der Spätgotik zugeschrieben wird. Im Inneren sind Fresken und Stuckarbeiten zu sehen. Natürlich fanden am Gebäude Aus- und Umbauten statt, einige in barocker Manier, das Außenportal ist klassizistisch.

Auffallend in der gleichen Straße ist das kurtrierische Amtshaus, das Baudaten von 1585 und aus dem 17. Jahrhundert aufweist. Das Amtshaus gefällt durch seinen steinernen Treppenturm. Er ist an das teilweise massiv gemauerte und dreigeschossige Fachwerkhaus angeschlossen. In der Zehnthofstraße finden sich als weitere Zeugen der historischen Bautätigkeit verputzt das Kurfürstliche Hochgericht (Nr. 9) und viele sehenswerte Fachwerkhäuser, entstanden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert.

Die Winzerhäuser in Pommern sind eine Augenweide der steinernen Art. Sie entstanden im 19. Jahrhundert überwiegend massiv und aus Bruchstein. Bisweilen wurden sie mit schmucken Fachwerkgiebeln ausgestattet. Die Winzervillen atmen quasi die Aromen der sind in ihnen befindlichen Weinschätze. Sie wirken kühl und trutzig, verwunschen und manchmal auch irgendwie bodenständig reich.

Wer den Ort im Trubel besuchen will, wählt dazu Pfingsten, denn dann findet das Spillesfest in Pommern statt. Am dritten Wochenende im September ist das Winzer-Hof-Fest und man kann den Ort in weiniger Laune über die Zunge erfahren. Jeweils im Juli findet an einem Wochenende das Uferrock-Festival an der Mosel in Pommern zahlreiche Freunde der musikalisch deftigeren Gangart.