Pilgerweg St. Jost (Fischbachtal)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 22 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 30 Min.
Höhenmeter ca. ↑538m  ↓538m
Pilgerweg St. Jost Fischbachtal Odenwald

Der St. Jost Pilgerweg in der Gemeinde Fischbachtal im Odenwald beginnt im Ortsteil Niedernhausen an der evangelischen Pfarrkirche St. Johannes der Täufer, die 1890 im neugotischen Stil erbaut wurde. Wir halten uns links und gehen in die Darmstädter Straße, folgen dann kurz dem Fischbach auf dem Alemannenweg und steuern Richtung dem Standort der historischen St. Jost Kapelle.

Die St. Jost Kapelle entstand vor 1526 (Datum der ersten Erwähnung) und verfiel im 19. Jahrhundert. An der historischen Stelle wurde 2010 eine neue Waldkapelle errichtet, in der auch eine Altarplatte auf der Johanneskirche aufgestellt ist.

Weiter geht es auf dem mit der Markierung J1 ausgeschilderten St. Jost Pilgerweg zum Wegkreuz Zwölf Apostel, benannt nach einer mehrstämmigen, allein stehenden Baumgruppe.

Man wandert weiter südwärts und erreicht nach weiteren gut 2,5km den Rimdidim (498m), die höchste Erhebung der Gemeinde Fischbachtal im Odenwald. Die Namensgebung verdankt die Höhe einem Sturm, der 1898 alle Bäume abknickte. Als der Ortsbürgermeister den Schaden begutachtete, stellte er fest, dass man ab nun rimdidim (rundherum) sehen könne.

Über die Germannshöhe (517m) leitet der Pilgerweg St. Jost zur Neunkircher Höhe (605m), dem höchsten Gipfel im hessischen Odenwald. Auf der Neunkircher Höhe steht der 34m hohe Kaiserturm. Vom 1906 erbauten Kaiserturm blickt man weiter über den Odenwald und bei gutem Wetter über das Hessische Ried hinaus bis in die Pfalz und über Frankfurt am Main hinweg bis in den Taunus. Der Kaiserturm ist allerdings nur zu den Öffnungszeiten der hier befindlichen Gaststätte geöffnet.

Nun hält man sich auf dem Pilgerweg St. Jost nordwärts und wandert nach Neunkirchen im Odenwald. In Neunkirchen steht die evangelische Kirche St. Cosmas und Damian, die 1742-43 erbaut wurde. Zuvor gab in Neunkirchen eine Kapelle, die vor der Reformation ein beliebtes Wallfahrtsziel war.

Vorbei an Lützelbach wandert man über die Quelle des Fischbachs zur Marienteich-Hütte mit malerischer Teichanlage. Weiter nördwärts passiert der Pilgerweg St. Jost die Landstraße nach Brandau und man kommt erst zum Alten Lichtenberger Brunnen und dann zu den Überbleibseln der keltischen Ringwallanlage Heuneburg, die als älteste Wehranlage im Fischbachtal gilt und wohl um 500 vor unserer Zeitrechnung angelegt wurde.

Über den Wanderparkplatz Tempeleiche kommt man schließlich wieder zurück nach Niedernhausen und passiert erst den Eselsbrunnen und dann den Batterieturm, bevor man Schloss Lichtenberg erreicht. Schloss Lichtenberg geht auf eine Burg aus dem 12. Jahrhundert zurück und wurde ab 1570 im Stile der Renaissance von den hessischen Landgrafen zum Schloss ausgebaut. Schloss Lichtenberg gehört heute dem Land Hessen. Teile sind privat vermietet, aber im Ostflügel ist das Heimatmuseum Fischbachtal untergebracht, so dass man auch Teile der Innenräume in Augenschein nehmen kann.


Bildnachweis (attribution, via Wikimedia Commons): 1,8 by Tomgoebel; 2 by Jörg Braukmann; 3 by PS-2507; 4 by Axel Polsfuss; 5 by Hwman; 6 by Heidas; 7 by LSDSL [CC-BY-SA-3.0]

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