Oberkleen

Oberkleen liegt an den nordöstlichen Ausläufern des Hochtaunus im Kleebachtal. Nachbarorte Oberkleens sind die ebenfalls zu Langgöns gehörenden Dörfer Niederkleen 2km bachabwärts und Cleeberg 3km bachaufwärts. Oberkleen wird eingerahmt vom Cleebaum (368m), dem Heßler (322m) und dem Schalsberg (353m).

Das markanteste Bauwerk in Oberkleen ist die alte Wehrkirche St. Michaelis, deren Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert stammt. Der Kirchenbau wurde 1768 erweitert und beinhaltet noch eine weitere Besonderheit: Eine in Fachkreisen sehr bekannte Orgel aus dem Jahre 1830. Sie ist heute noch in Betrieb und wurde von Johannes Byrgi gebaut. Auch die Emporengemälde aus dem späten 18. Jahrhundert mit biblischen Motiven sind sehenswert und vor wenigen Jahren restauriert worden.

Rund um die St. Michaeliskirche gruppieren sich einige schöne Fachwerkhäuser, unter anderem das alte Rathaus und ein Herzenhaus genanntes Wohnhaus aus dem Jahr 1691. Auch das Geburtshaus des Vormärz-Revolutionärs Friedrich Ludwig Weidig, der 1791 in Oberkleen geboren wurde, steht noch. Weidig gab zusammen mit Georg Büchner den Hessischen Landboten heraus, einer 8seitigen Kampfschrift, die die arme Landbevölkerung zum Aufstand gegen den Adel aufrief. Als Weidigs Beteiligung am Hessischen Landboten herauskam, wurde er 1835 verhaftet und nahm sich zwei Jahre später im Gefängnis in Darmstadt das Leben.

Zwischen Oberkleen und Ebersgöns liegt der Oberkleener Steinbruchsee. Hier wurde von 1910 bis in die 1970er Jahre Kalkstein abgebaut. Die Abbruchhalde füllte sich mit Wasser und wurde zunächst als Badeweiher genutzt. Baden ist aber mittlerweile untersagt. Dafür entschädigt der Blick auf das kristallklare Wasser in einer schönen Landschaft den Wanderer, der am Steinbruchsee vorbeikommt.