Niederweidbach

Im Niederweidbacher Becken, direkt am Aartalsee, liegt der Ort Niederweidbach. Das uralte Niederweidbach, es wurde 802 erstmalig erwähnt, ist Sitz der Kommunalverwaltung der Gemeinde Bischoffen, zu der außerdem noch Bischoffen, Oberweidbach, Roßbach und Wilsbach gehören.

Die Kirchturmmauern der sehenswerten Marienkirche Niederweidbach stehen schon seit dem frühen 14. Jahrhundert an ihrem Platz. Das Kirchenschiff ist deutlich jüngeren Datums, es wurde 1498 an die Westseite des Wehrturms angebaut.

Im Inneren der Marienkirche findet man neben frühgotischem Taufstein, gotischen Wandtabernakel und einer Kanzel im Stil der Renaissance auch einen kostbaren spätgotischen Altarschrein, der um 1510 in der Kunstschule Wetzlar gefertigt wurde. Der Niederweidbacher Flügelaltarschrein zählt zu den wichtigsten spätmittelalterlichen Kunstschätzen im Lahn-Dill-Bergland.

Im denkmalgeschützten Ortskern von Niederweidbach steht das Backhaus und Bürgermeisteramt. In dem kleinen Fachwerkgebäude findet man das Backhaus im Erdgeschoss und die Gemeinderäume im Obergeschoss. Von außen zieren das Haus geschnitzte Pilaster und Zierformen an den Fachwerkfiguren. Das Haus entstand wahrscheinlich um das Jahr 1800.

Verlässt man Niederweidbach in Richtung Roßbach, so stößt man im Wald auf einen jüdischen Friedhof. Auf dem Friedhof stehen Grabsteine, die zwischen 1835 und 1904 hier aufgestellt wurden. Die meisten Grabsteine sind stelenförmig und haben zum Teil zinnenförmig oder rundbogige Abschlüsse.

Das frühere dörfliche Leben in Bischoffen wird heute in Niederweidbach im Heimatmuseum Bischoffen mit historischen Alltagsgegenständen und Fotos dokumentiert. Das Heimatmuseum zeigt neben der Dauerausstellung auch Sonderausstellungen.