Niederlaasphe

Bei Niederlaasphe geht das Puderbachtal in das Lahntal über und markiert damit den Übergang vom Wittgensteiner Land ins Lahn-Dill-Bergland. 1307 wurde die Ortschaft zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Grafen zu Wittgenstein kauften damals die Dörfer Fischelbach, Hesselbach, Puderbach und Niederlaasphe von den Rittern zu Breidenbach.

Niederlaasphe, mit 1.100 Einwohnern einer der größeren Stadtteile von Bad Laasphe, hat gleich zwei Sehenswürdigkeiten zu bieten. Wobei man bei einer davon vielleicht besser von einer „Hörenswürdigkeit“ sprechen muss. Die Rede ist von der Dorfrufanlage in Niederlaasphe. In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es keine zweite Anlage dieser Art. Wenn die typische Fanfare durch die zwanzig im Ort angebrachten Lautsprecher ertönt, halten die Niederlaaspher inne, denn sie wissen: Jetzt kommt eine wichtige Durchsage.

Die zweite Attraktion ist die alte Trafostation der Amalienhütte. Die Amalienhütte war ein 1859 in Betrieb genommener Hochofen, der 1932 von den Wetzlarer Budesruswerken übernommen wurde und bis 1975 im Betrieb war. Auf dem ehemaligen Werksgelände befindet sich heute das wirtschaftshistorisch bedeutende Industriemuseum Trafostation.

Das Industriemuseum Trafostation ist in einem von außen unspektakulär wirkende Gebäude aus rotem Sandstein aus dem Jahr 1924 untergebracht. Viele der ehemaligen elektrischen Anlagen sind noch zu sehen, unter anderem ein sogenanntes Kleeblattmessgerät aus dem Jahr 1913, eine echte Rarität. Das Museum ist eines zum Anfassen: Die Besucher können selbst kleine Experimente durchführen und zum Beispiel Strom erzeugen. Das interessanteste Ausstellungsstück aber ist wohl der gut erhaltene alte Transformator.

Unweit der Amalienhütte in den Lahnwiesen beginnt der von Schülern des Bad Laaspher Gymnasiums im Jahre 1998 angelegte Planetenlehrpfad. Hier werden die Ausmaße des Sonnensystems mit den Entfernungen und den Größen der Sonne und ihrer Planeten im Maßstab 1:1.000.000.000 (in Worten: 1 Milliarde) veranschaulicht. Der ca. 6km lange Lehrpfad führt entlang eines befestigten und entsprechend ausgeschilderten Weges zum Bad Laaspher Ortsteil Laaspherhütte.