Niederhedfeld

Südlich von Halver zieht sich ein Streifen Wald durch das ansonsten landwirtschaftlich geprägte Gelände. Hier verläuft zum einen die Wasserscheide zwischen Ennepe und Wupper, zum anderen die nordwestliche Grenze des Naturparks Ebbegebirge.

Prägend für diese Ecke der Region ist vor allem die Kuppe des Kückelhauser Bergs (413m), an dessen Ostflanke sich das genannte Waldgebiet hauptsächlich erstreckt. Im Nordwesten liegt der Ort Anschlag. Der Name deutet an, was hier vor Jahrhunderten große Bedeutung hatte: Eine Straßenverbindung, die mit Schlagbäumen gesichert wurde.

Im Waldgebiet Bommert sind entsprechend auch zahlreiche Hohlwegbündel und Landwehren erhalten und heute noch sichtbar, wenn man danach Ausschau hält. Die einst so wichtige Handelsstraße diente hauptsächlich dem Transport von Eisenerz und Kohle.

Ein wenig weiter südlich liegt der kleine Ortsteil Niederhedfeld, der gerade mal aus einem halben Dutzend Häusern besteht. Hier sind zwei Dinge von Interesse. Zum einen die nahe gelegene Kerspetalsperre, die zugleich die Grenze zwischen Halverer und Kiersper Stadtgebiet bildet. Und zum zweiten wiederum die Hohlwege, die südlich des Örtchens im Wald zu finden sind. Auch sie gelten als Kulturdenkmal und erinnern an die Handels- und Pilgerstraße, die Hagen mit Siegen verband. Seit wann diese Straßenverbindung bestand, ist nicht ganz sicher. Mindestens aber seit dem frühen Mittelalter wurde sie genutzt.

Wer nach einem Marsch durch die Hohlwege eine Pause machen möchte, der könnte die Schanzmannsmühle als Etappenziel ins Auge fassen. Gerade mal einen Acker in nördlicher Richtung von Niederhedfeld entfernt liegt die ehemalige Mühle, die auch unter dem Namen Schultenhedfelder Mühle bekannt ist. Sie wird seit über hundert Jahren als gastronomischer Betrieb genutzt.

Sehenswert ist vor allem die alte Kastanienallee, die von der Straße zum Haus führt. Auch ein Mühlrad ist zu sehen und der alte Mühlteich, der das Wasser des Schultenhedfelder Bachs aufstaut. Er dient zwar heute nicht mehr dazu, das Wasserrad anzutreiben, doch als Kulisse für eine Wanderpause leistet er allemal gute Dienste.