Neef

Das Winzerdorf Neef liegt direkt an der Mosel unterhalb der Staustufe bei Sankt Aldegund. Der Hausberg von Neef ist der Petersberg (223m), von dem aus man eine schöne Aussicht auf die enge Moselschleife bei Bremm hat.

In dieser Moselschleife befinden sich die Ruinen des gemarkungstechnisch zu Bremm zählenden Klosters Stuben. Die Abtei Springiersbach gründete das Kloster Stuben 1137 als Augustinerinnenkloster. Die Klosterkirche wurde 1685 erbaut. 1794 wurde Kloster Stuben von den Franzosen aufgelöst und es erging dem Kloster ähnlich wie anderen feudalen Bauten: es diente als Steinbruch. Die Außenmauern der Kirche blieben erhalten und liefern eine fantastische Kulisse, die heute teilweise auch für Veranstaltungen genutzt wird. Das Areal rund um die Klosterkirche ist als Einzellage Abtei Kloster Stuben bekannt geworden.

Rund um Neef finden sich aber noch ältere Besiedlungsspuren. Aus der Zeit um 4000 vor Christus fand man Relikte am Hochkessel (421m) südöstlich von Neef. Überreste einer keltischen Fliehburg in Form von Mahlsteinen und Werkzeugen der Gallier fanden sich ebenso wie ein 140m langer und 40m breiter Ringwall auf dem Gipfel. Von Seltenheit ist der Basaltfelsen an der Nordseite des Hochkessels inmitten des Schiefergesteins.

Dort ist ein interessanter Ort, eine Einsiedelei. Ein Mönch mit Namen Bruder Heinrich soll dort mit einer Ziege gelebt haben. Der besuchte die Messe auf dem benachbarten Petersberg. Von da aus ging der Mönch zu den Nonnen des Klosters Stuben, um zu frühstücken. Danach hielt er sich in einigen Weinlokalen im gegenüberliegenden Bremm und den Nachbarorten schadlos, um angeheitert den Rückweg per Kahn und zu Fuß anzutreten, wobei er sich des öfteren verlaufen haben soll.

Drei Weinlagen sind in Neef zu finden, der Frauenberg (fast so steil wie der am gegenüberliegenden Moselufer aufragende Calmont), der Rosenberg und der Petersberg. Auf dem Petersberg steht die St. Peter Kapelle aus dem 13. Jahrhundert. Der Saalbau selbst stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Kapelle war früher durch einen Kreuzweg mit dem Kloster Stuben verbunden. Noch sind einige Stationen teilweise erhalten.

Ein weiteres Relikt der Ahnen ist das sehenswerte Burghaus in Neef. Es entstammt einer einstigen Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert und war Geburtsort des Trierer Kurfürsten Johann von Metzenhausen, der von 1531-40 die Regentschaft hatte. Das Burghaus in der Moseluferstraße ist ein spätromanischer Putzbau. Man sieht noch die sehr schönen Kleeblattbogenfenster. Spätere Um- und Anbauten haben dem historischen Eindruck kaum geschadet.

Noch älter in Neef ist der Alte Kirchturm in der Alten Kirchstraße. Er stammt aus der Zeit um 1130 und war der romanische Turm der Kirche St. Matthias. In der Neuen Kirchstraße steht die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul aus dem Jahr 1891 als neugotischer Saalbau. Mit unter Denkmalschutz steht das Pfarrhaus, ein Bruchsteinbau mit Erkertürmchen aus der Zeit um 1900.

Regionaler Bezug:

Zell (Mosel) Landkreis Cochem-Zell Rheinland-Pfalz Terrassenmosel Hunsrück Saar-Hunsrück