Calmont

Der bis auf 381m ü. NN ansteigende Höhenzug Calmont zwischen Bremm und Ediger-Eller ist etwas ganz besonderes. Der Name Calmont leitet sich aus dem Lateinischen Mons für Berg ab und wird entweder – ebenfalls lateinisch – mit cal für warm in Verbindung gebracht oder mit dem keltischen Wort kal für Fels.

Warmer Berg, felsiger Berg? Beides stimmt, und eines noch dazu: steiler Berg. Der Calmont gehört zu den steilsten Weinlagen der Welt mit einem Neigungswinkel bis über 65°. In der Weinbau-Einzellage Bremmer Calmont im Weinbaugebiet der Mosel wird überwiegend Riesling angebaut auf circa 33ha. Durch seine südliche Neigung und Bogenform ist diese Lage besonders geschützt.

Ein schon beinahe alpines Erlebnis bietet der Calmont Klettersteig. Hier geht es abschnittsweise über Leitern und der Weg ist mit Seilen gesichert. Der Calmont Klettersteig führt über die sogenannte Todesangst zur Galgenlay. Stufen und Engstellen, Bezeichnungen von Bereichen wie Schlimmer und Steinreich führen zu einer Flora und Fauna, die trockenes und sonniges Klima liebt. Über die Bremmer Todesangst gelangte man früher trockenen Fußes zur Eisenbahn nach Eller, wenn die Mosel Hochwasser führte. Hier kommen auch die Leitern ins Spiel.

Zuvor fällt der Blick, rund 290m hoch über der Mosel ins Tal der engsten Moselschleife um den Petersberg (223m) im Hunsrück, zur Klosterruine Stuben. Das Kloster entstand im 12. Jahrhundert und liegt auf der anderen Moselseite. Heute ist imposant die Ruine der Klosterkirche zu sehen, wo open air Veranstaltungen angeboten werden.

Auf der höchsten Stelle des Calmont konnten 2005 westlich eines ca. 75 x 20m ovalen Plateaus mit terrassenartigen Absätzen bei archäologischen Grabungen die Reste einer gallo-römischen Tempelanlage entdeckt werden. Der Grundriss weist auf einen Umgangstempel hin, der aus einem quadratisch hohen Mittelbau und einem umlaufenden Gang bestand. Münzfunde, Keramikreste, Terrakottafigürchen lassen den Schluss zu, dass der Tempel vom 2. bis zum 4. Jahrhundert als religiöse Stätte genutzt wurde. Das Gebiet ist als Grabungsschutzgebiet ausgewiesen und man darf gespannt sein, was hier noch alles so zu Tage tritt.

Nördlich des Calmont-Plateaus wurde ein Schacht gefunden, bei welchem man nicht sicher ist, worum es sich dabei gehandelt haben könnte. Vielleicht eine römische Brunnenanlage oder ein Überbleibsel aus dem Hochmittelalter und dem Bergbau?

Auf dem Calmont befinden sich weitere Aussichtspunkte, wie der Vierseenblick (hier sieht das Wasser nur seenartig aus, was man sieht sind vier Moselausschnitte) oder das Aussichtsplateau mit Kriegerdenkmal. Es steht 800m südwestlich des Calmont-Gipfels auf rund 365m Höhe.

Das Kriegerdenkmal mit dem 12m hohen Kreuz wurde 1970 aufgestellt und wird auch Gipfelkreuz genannt. In der Nachbarschaft lässt es sich in einer bewirtschafteten Hütte gut rasten.

Wer die Moselschleife vom Calmont wie im Flug erleben will, keine Höhenangst hat und in Besitz eines Gleitschirmes ist, kann bei günstiger Wetterlage von der nahe gelegenen Gleitschirmabflugrampe den Riesling-Rebstöcken auf den Kopf gucken.

Auch hübsch und anspruchsvoll aber weniger todesmutig lässt sich der Höhenzug über den Calmont-Höhensteig erkunden. Der Wanderweg liegt zwischen Bremm und Eller, bietet fantastische Aussichten, es geht natürlich auch auf und ab, aber nicht über Leitern.

Regionaler Bezug:

Cochem Landkreis Cochem-Zell Rheinland-Pfalz Calmont-Region Mosel-Eifel Eifel
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