Namedy (Andernach)

Namedy ist ein nördlicher Stadtteil von Andernach und liegt malerisch am Rhein. Erstmalig erwähnt wurde Namedy urkundlich 1200. Verbunden ist der Ort historisch mit den Rittern und dem Patriziergeschlecht von Hausmann. Ins Zentrum des jüngeren Interesses geriet Namedy durch den weltweit höchsten Kaltwassergeysir, dem Geysir Andernach, auf dem Namedyer Werth.

Im 14. Jahrhundert wurde unter Einbeziehung des Adelshofs Niederhof eine kleine Wasserburg erbaut, die heute als Burg Namedy bekannt ist. Aus der Entstehungszeit stammt die L-förmige Anlage mit den zwei Ecktürmen und einem kleinen Treppenturm. Der Treppenturm am Erweiterungsflügel im Renaissancestil erfolgte Mitte des 16. Jahrhunderts. Der vorburgähnliche Wirtschaftstrakt kam 1650 und 1703 hinzu, um 1700 die Remise als eingeschossiges Fachwerkhaus mit Tor und andere kleinere Ausbauten. Ein Besucher im 19. Jahrhundert war Bismarck, der auf der Burg nicht nur Gastfreundschaft sondern auch Kartenspiel genossen hat.

1896 besaß der Freiherr von Solemacher die Burg Namedy und ließ sie im Stil des Historismus verändern. Dabei wurde ein Wohngeschoss aufgestockt und zwei Seitenflügel wurden angebaut. Aus dem L- wurde ein U-Grundriss. Seit 1908 ist die Burg in Besitz der Adelsfamilie von Hohenzollern. Und auch diese Familie hinterließ und hinterlässt ihre Spuren effektvoll. Prinz Carl Anton ließ den sehenswerten Spiegelsaal an die Nordseite des Schlosses bauen. Sein Sohn setzte zwei Türmen eine barocke Haube auf.

Seit 1988 wurde das Schloss als Projekt unter dem Titel „Begegnung Burg Namedy“ hergerichtet. Mit viel Fingerspitzengefühl und unter Gesichtspunkten des Denkmalschutzes entstand das gepflegte Kleinod in der Parklandschaft als kulturelles Zentrum für Veranstaltungen. Seit vielen Jahren findet das Kammermusikfestival Andernacher Musiktage auf Burg Namedy viele Besucher.

Aus der klösterlichen Zeit Namedys ist die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus erhalten, zumindest in Teilen. Der spätromanische Tuffsteinbau stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und erhielt seine zweischiffige Erweiterung 1521. Treppenturm und Dachreiter kamen 1896 hinzu. Man rätselt ein wenig bezüglich der Bauzeit bei Betrachtung der Kirche, wenn man ihre Nordseite zuerst sieht. Der Pyramidendachanbau entstammt der Betonzeit – aus den Jahren 1969-70.